Start-up kooperiert mit Sage

Eine Partnerschaft auf Augenhöhe

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Start-ups und etablierte Groß-Unternehmen unterscheiden sich kulturell für gewöhnlich stark. Dass sie trotzdem unkompliziert und auf Augenhöhe kooperieren können, zeigt die Zusammenarbeit des Start-ups clickbits mit dem ERP- und HR-Software-Anbieter Sage.

clickbits ist 2011 mit seiner cloudbasierten Arbeitszeiterfassung „clockodo“ in den Markt gestartet und überzeugt inzwischen über tausend kleine bis mittlere Firmen, Freiberufler und Selbständige vor allem durch ein verblüffend einfaches Handling und liebevoll gestaltete Screens, die für Anwenderfreude bei der täglichen Zeiterfassung sorgen.

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Die Software „clockodo“ unterstützt kleine bis mittlere Firmen, Freiberufler und Selbständige bei der täglichen Zeiterfassung

clickbits neuer Partner, die international aufgestellte Sage Group, gehört unter anderem zu den führenden Anbietern von ERP- bzw. HR-Lösungen für den Klein- und Mittelstand. Mit ihrem Lohnabrechnungstool „Sage Entgelt & Personal“ setzt Sage – ähnlich wie clickbits mit „clockodo“ – auf maximale Vereinfachung für User. Die Komplementarität und die vergleichbare Philosophie hinter der Nutzerführung sind der Grundstein für die Partnerschaft der beiden – auf den ersten Blick ungleichen – Unternehmen.

Die beiden clockodo-Entwickler und Gründer des sieben Mann starken Start-ups berichten über ihre vielversprechende Konzern-Partnerschaft im Kurz-Interview mit Founderio Innovation:

Von wem ging die Initiative zur Kooperation aus?

Moritz Hofmann: „Sage ist auf uns zugekommen. Der Manager für strategische Partnerschaften hat uns kontaktiert, da er ergänzende Software-Lösungen für „Entgelt & Personal“ suchte.“

Welche gegenseitigen Erwartungen/Zielvorstellungen an die Partnerschaft wurden im Vorfeld formuliert?

Thomas Romanek: „Die Partnerschaft sollte den Kunden beider Firmen eine funktionale Ergänzung bieten. Darüber hinaus erhofften wir uns durch die Kooperation eine größere Bekanntheit im Kundenstamm des Partners.“

Moritz Hofmann und Thomas Romanek

Die Gründer hinter clockodo: Moritz Hofmann (links) und Thomas Romanek (rechts) von der Firma clickbits

War die Entwicklung der Kooperation einem festen Prozess unterworfen, der von Sage vorgegeben wurde?

Moritz Hofmann: „Nein, die Ausgestaltung der Kooperation war zu Beginn noch offen. Der Grundgedanke war, dass beide Produkte technisch sehr ähnlich sind (SaaS-Modell, einfache Bedienbarkeit) und sich funktional ergänzen. Auf dieser Basis suchten wir nach Möglichkeiten, dem Kunden eine durchgängige Lösung zu bieten. Rund zwei Monate nach den ersten Gesprächen haben wir eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die die rechtlichen Rahmenbedingungen absteckte. Grundlage war eine von Sage standardisierte Online-Partner-Vereinbarung aus der Rechtsabteilung der Firma.“

Wie war der Umgang miteinander? Eher förmlich oder freundschaftlich?

Thomas Romanek: „Von beidem etwas: eher förmlich, aber sehr freundlich. „Sage Entgelt & Personal“ ist eine eigene, recht junge Abteilung bei Sage, die bewusst „Start-up-Charakter“ hat, was auch in großen Teilen so übermittelt wird. Trotzdem bemerkt man die Integration in die Konzernstrukturen und -gepflogenheiten.“

Fühlt sich die Kooperation nach Partnerschaft auf Augenhöhe an?

Moritz Hofmann: „Ja, von Beginn an! Sämtliche Entscheidungen darüber, wie die Zusammenarbeit aussehen soll, wurden zusammen getroffen. Sage hat hier keine wesentlichen Bedingungen diktiert. Wir konnten jederzeit eigene Ideen einzubringen und haben immer gespürt, dass beide Partner für beide Produkte einen Mehrwert schaffen wollten.“

Wie weit wurden die anfangs gesteckten Ziele erreicht?

Thomas Romanek: „Die funktionale Verknüpfung von „Sage Entgelt & Personal“ mit „clockodo“ ist seit März dieses Jahres aktiv. Seitdem bieten wir beide auf unseren Produktmarketing-Seiten offensiv die komplementären Lösungen des anderen an und stehen mit Sage im Kontakt, um Supportfragen zu klären. Einige Kunden haben bereits die Schnittstelle ausprobiert, und das gegenseitige Marketing hat auch zu zusätzlichen Registrierungen geführt. Um den Erfolg der Partnerschaft zu bewerten, ist es aber noch viel zu früh. Wir freuen uns trotzdem schon jetzt, den Schritt getan zu haben und mit einem bekannten Partner operieren zu können.“

Welche Schritte in der Kooperation sollen noch folgen?

Moritz Hofmann: „Wir beobachten die Schnittstellen-Nutzung intensiv und werden sie – wo immer möglich – noch weiter verbessern. Dabei setzen wir vor allem auf das Feedback der Kunden. Außerdem hat sich schon jetzt eine weitere Verknüpfungsmöglichkeit ergeben, die bereits genutzt wird: Sage bietet unser Tool seit Kurzem als Zusatzmodul für die Handwerker-Lösung „HWP“ an. Vielleicht bieten sich künftig auch mit anderen Produkten aus dem Sage-Spektrum Optionen zur Co-Vermarktung an.“

Vielen Dank für die spannenden Einblicke und weiterhin viel Erfolg!

Nutzer von Sage Entgelt & Personal finden im Sage Blog, clockodo Nutzer im clockodo Blog nähere Informationen zur Kooperation.

Mehr zum Thema Startup-Kooperationen lesen Sie in unserem Artikel „Kooperationsformen zischen Startups und etablierten Unternehmen„.

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Startups und der Mittelstand: Strohfeuer oder guter Ansatz zur Digitalisierung und zum Innovationsmanagement?

Am 20.06.2016 wurde das Thema „Start-ups: Strohfeuer oder nachhaltiger Schwung für die digitale Wirtschaft?“ im Rahmen des Formats Digital Talk der IHK Köln diskutiert. Diese Frage erkundet Richard Gutjahr mit Prof. Tobias Kollmann, Thomas Bachem (CODE.university), Kanika Kaltenberg (Zuckerzahn) und Christoph Baier (Founderio Innovation) beim Digital Talk 06 von Digital Cologne. Zu Beginn klärt Prof. Tobias Kollmann (der digitale Lehrmeister) die Zuhörer über die Bedeutung von Startups auf, die zum zukünftigen Mittelstand erwachsen.

Zum Video (70:29): https://www.youtube.com/watch?v=9gWbMadIG7g
Zur Zusammenfassung (8:17): https://www.youtube.com/watch?v=Bf4XAaWIQIQ

Richard Gutjahr: Klären Sie uns auf, was ist eigentlich die genaue Definition von einem Startup? Was macht ein Startup zu einem Startup?

Richard-Gutjahr-moderiert-den-Digitalk-KoelnProf. Tobias Kollmann: Es gibt in der Literatur etwa 80 verschiedene Definitionen von Startups und ehrlich gesagt ist es mir egal welche wir davon nehmen, Hauptsache es gibt ausreichend davon. Denn wir haben Sie dringend notwendig. Und ob sie nur 5 Jahre oder noch 10 Jahre alt sein dürfen, ob sie in innovativen Branchen unterwegs sind oder nicht, ob es Teamgründungen sind oder nicht, das ist alles irrelevant. Hauptsache es gibt sie. Natürlich ist das Thema Startups wichtig, denn da werden die neuen Arbeitsplätze von morgen geschaffen. Und hoffentlich ist Startup ein temporäres Phänomen, denn sie sollen wachsen und irgendwann einmal zum Mittelstand werden. Auf der anderen Seite hoffentlich aber keine Modeerscheinung, denn es soll möglichst viele geben und das auch in der Zukunft, weil sich daraus eine wesentliche Stütze für unsere Zukunft ergeben wird.

Richard Gutjahr: Tobias, Du hast einen Auftrag, nicht nur an der Uni sondern tatsächlich auch für die Landesregierung. Was genau machst Du und erzähle uns ein bisschen von deiner Arbeit und deinem Wirken.

Prof-Tobias-Kollmann-beim-Digitalk-KoelnProf. Tobias Kollmann: Ich habe die große Ehre mehrere Hüte aufzuhaben. Ich bin Professor an der Universität Duisburg-Essen und versuche meinen Studenten Gründungswissen und die Startup-Entwicklung in der digitalen Wirtschaft beizubringen und auf der anderen Seite bin ich auch Beauftragter für die digitale Wirtschaft im Land Nordrhein-Westfalen und habe dort eine Stabsstelle beim Wirtschaftsminister Garrelt Duin, der sich das Thema nicht nur auf die Fahne geschrieben hat, sondern auch das Thema sehr positiv nach vorne treibt. Er hat mir die Chance gegeben zusammen mit einem Beirat aus der Praxis, nicht noch eine weitere Agenda aufzubauen, denn die brauchen wir nicht, sondern einen konkreten Maßnahmenkatalog zu entwickeln. Da haben wir in den letzten Monaten eine ganze Reihe von Aspekten auf den Weg gebracht und heute war wieder eine dieser Sitzungen. Im Moment stehen insbesondere unsere DWNRW-Hubs im Fokus, unsere Plattformen für die Entwicklung von Startups auf der einen Seite, aber auch das Zusammenbringen mit Mittelstand und Industrie auf der anderen Seite.
https://www.ptj.de/dwnrw-hubs

Richard Gutjahr: Ihr habt fünf Hubs ausgerufen, die sollen das Wissen ballen und weitergeben. Jetzt denkt man im Internet ist alles dezentral, man kann aus einem Coworkingspace in Berlin/Hamburg das ganze Land oder die ganze Welt bespielen. Warum ist dennoch so wichtig regional präsent zu sein?

Prof. Tobias Kollmann: Weil erstens ist NRW ein Flächenland, wir sind nicht nur eine Stadt, sondern in der Fläche verteilt. Und zwar nicht nur in Bezug auf die Startups, sondern gerade in Bezug auf den Mittelstand und die Industrie. Wenn wir wirklich unsere Strategie des Zusammenbringens von Startups, Mittelstand und Industrie in den Fokus stellen, dann müssen wir auch dorthin wo diese sind. Deswegen haben wir den verteilten Ansatz und nicht nur einen Ansatz und wir holen die Menschen dort ab wo sie sind. Das ist eben gerade beim Mittelstand eine reale Komponente, weil sie noch nicht so digital sind. 70% aller Mittelständler haben noch keine digitale Strategie, also müssen wir sie abholen und das machen wir durch die verteilte Hub-Struktur, die aber übergeordnet miteinander verknüpft ist. Das heißt ein Startup aus Aachen wird genauso gut mit einem Mittelständler in Ostwestfalen zusammenarbeiten können, genauso wie ein Industrieunternehmen aus Bielefeld mit einem Startup aus Köln zusammenarbeiten kann, weil sie über den Hub organisiert werden. Das ist unser besonderer Ansatz, wir wollen nicht noch einmal einen zusätzlichen Coworkingspace aufmachen, sondern eine konkrete Drehscheibe für die Vermittlung von Projekten. Also der Business-Gedanke ist im Vordergrund, wir wollen die, die da sind zusammenbringen, damit sie gemeinsam digitale Umsätze erwirtschaften. Das ist unser Ziel.

Richard Gutjahr: Das ist wahrscheinlich auch der Unterschied zwischen uns in Deutschland und dem Silicon Valley, die können auf der grünen Wiese gründen, wir aber haben schon bestehende Industrien und müssen sehen, dass wir die Vorort auch ausrüsten?

Prof. Tobias Kollmann: Ja, es gibt den tollen Leitspruch, dass wir die erste Halbzeit verloren haben insbesondere im Bereich B2C. Die zweite Hälfte könnte sich insbesondere um den B2B Bereich drehen, und da haben wir etwas das wir vorzeigen können. Und wenn es uns gelingt, die digitalen Startups auf der einen Seite mit ihren Innovationen mit unserer klassischen etablierten Wirtschaft zusammenzubringen, die noch den Zugang zu den Märkten haben, dann könnte daraus ein Schuh werden für die zweite Halbzeit. Und das ist ein Weg, den wir in NRW gehen wollen. Womit ich kein Startup das im B2C Bereich ist ausgrenze, weil wenn man sich die Gedankenkette ansieht B2B2C, dann haben wir durchgehende digitale Wertschöpfungsketten die wir auch bedienen können. Aber unsere Aufgabe in NRW ist vielleicht im Gegensatz zu den hippen Standorten, diese bodenständige, digitale Arbeit, dass wir unseren Mittelstand und Industrie mitnehmen wollen.

Richard Gutjahr: Google, Facebook und Co. werden wir wahrscheinlich nicht mehr einholen, aber wir können in der Vernetzung der Industrie, Stichwort Industrie 4.0 wahrscheinlich noch das Ruder rumreisen?

Richard-Gutjahr-und-Prof-Tobias-Kollmann-beim-Digitalk-KoelnProf. Tobias Kollmann: Ja, und das ist nicht nur eine Frage von Industrie 4.0 und damit mehr IT im Unternehmen, sondern auch das Zusammenbringen der Plattformen und der verschiedenen Protagonisten für digitale Geschäftsmodelle. Nur wenn wir im Netz im Frontend die Plattform aufbauen, über welche die Nachfrage generiert wird, die dann auch vom Mittelstand und Industrie abgearbeitet werden können, nur dann haben wir eine Chance. Wir dürfen uns dort nicht nur darauf zurückziehen, dass wir in Zukunft vielleicht nur die realen Weltmarktführer haben. Sondern wir brauchen diese auch im digitalen Bereich. Da gibt es eine These die besagt, der nächste digitale Weltmarktführer aus Deutschland wird ein Realer sein, wenn es ihm gelingt zu Digitalisieren. Die Startup werden hoffentlich dabei helfen.

Richard Gutjahr: Wir haben gerade gehört 70% der Mittelständler haben noch gar keine digitale Strategie, woran liegt das?

Prof. Tobias Kollmann: Das liegt daran, dass noch nicht das Know-how und die Kompetenz da ist, dass die Erkenntnisse darüber was im Netz passiert und die Möglichkeiten von den Lenkern und Denkern erkannt wurden.

Richard Gutjahr: Geht es uns noch zu gut?

Prof. Tobias Kollmann: Das auch. Es ist vor allem Dingen, dass sie merken, wie langsam ein paar Umsätze verloren gehen. Ich mache das immer an einem Bild klar, unsere Industriekapitäne stehen auf dem Deck der realen Titanic und prosten sich zu, dabei ist der digitale Eisberg schon längst in Sicht. Und es gibt heute schon die Prognose, dass Deutschland aus den Top10 der Wirtschaftsnationen herausfallen wird, wenn es uns nicht gelingen wird das Thema Digitalisierung gerade für Mittelstand und Industrie in Angriff zu nehmen. Ich glaube, dass die Startups dort eine wesentliche Rolle spielen, denn sie machen Druck auf der einen Seite, sind aber gleichzeitig Helfer für die etablierte Industrie die noch nicht genau weiß wie es funktioniert. Und wenn man daraus einen gemeinsamen Schuh macht, dann haben wir ein Alleinstellungsmerkmal und einen echten Wettbewerbsvorteil für Deutschland in der Zukunft.

Richard Gutjahr: Kann man sich da nicht einfach entspannt zurücklehnen und sagen, wenn der Senior seine Firma vererbt, dann passiert das automatisch?

Prof. Tobias Kollmann: Ich glaube, dass das keine gute Möglichkeit ist einfach abzuwarten. Nach dem Motto die nächste Generation wird es schon richten. Das muss jetzt gemacht werden, weil dieser Bereich sich so schnell dreht. Die durchschnittliche Reaktionszeit auf diese disruptiven digitalen Herausforderungen beträgt zwei Jahre. In zwei Jahren haben Internetstartups schon so unglaublich viel bewegt, man denkt nur an Airbnb, Snapchat und wie sie alle heißen. Deswegen können wir nicht einfach warten bis ein Generationenwechsel in 5-10 Jahren stattfindet, wir müssen uns heute damit befassen. Deswegen müssen auch die entsprechenden Geschäftsführer oder Vorstände oder Inhaber von Familienunternehmen heute mit der Thematik befassen.

Richard Gutjahr: Was kann konkret getan werden um diesen Prozess zu beschleunigen, was empfiehlst Du dem Wirtschaftsminister gerade hier in NRW?

Prof. Tobias Kollmann: Mit der Initiative der digitalen Wirtschaft in NRW haben wir schon eine Menge erreicht. Wir haben das Thema in die Köpfe reinbekommen und haben kein Erkenntnisproblem mehr sondern ein Umsetzungproblem und dafür sollen gerade die digitalen Hubs einen wesentlichen Meilenstein darstellen. Wir sehen aber auch im Rahmen unserer anderen Maßnahmen, Frühfinanzierungsprogramme für Startups, das Hinführen auf Messeveranstaltungen für Startups, damit sie national und international bekannt werden. Wir haben ein großes umfangreiches Networkingprogramm, bei dem sich Netzwerke aus der Region bewerben können um gefördert zu werden und dieses Thema noch stärker in die Region zu bringen. Wir haben das Thema Kommunikation und Event, hier werden wir noch in diesem Jahr einen DWNRW Summit in Essen ausrichten, und auf uns aufmerksam machen. Wenn man das alles zusammennimmt mit den nächsten Ideen, dann verpassen wir dem Land ein digitales Update, das noch nicht am Ende ist aber schon mal losgelaufen ist. Das wird noch eine Zeit dauern, das geht nicht von heute auf morgen, aber wir haben angefangen und damit sind wir weiter als viele andere Bundesländer.

Richard Gutjahr: Vor 15, 16 Jahren ging es los, erstes Unternehmen gegründet, verkauft und dann wieder und wieder. Wird dir da nicht langweilig?

Thomas Bachem: Ne, gerade deshalb nicht.

Richard Gutjahr: Ist das eine Sucht, die einen packt? Ich muss gründen, ich habe es einmal geschafft, schauen ob wir es noch einmal packen?

Thomas-Bachem-beim-Digitale-Wirtschaft-Talk-der-IHK-KoelnThomas Bachem: Ja, das kann man so sagen. Natürlich geht es da auch sehr viel um die Ziele die man sich selbst steckt, auch viel um Anerkennung. Gerade in der Internetbranche, in der ich mich bewege, ist soviel in Bewegung, dass man ständig neue Impulse, neue Ideen bekommt und auch neue Themen bewegen will. Ich mach das jetzt seit knapp zehn Jahren, also ich hab mit knapp 19 Jahren aktiver angefangen Startups zu machen, und es kommt mir oft vor wie eine Ewigkeit, weil es so viele verschiedene Stationen waren.

Richard Gutjahr: Was macht für dich den Reiz aus? Wie geht es bei dir los, Du hast eine Idee und dann?

Thomas Bachem: Das ist das was am allermeisten Spaß macht, gerade am Anfang. Ich finde es unglaublich faszinierend, sich zu trauen, in einen Markt reinzugehen. Ich habe mir immer ganz bewusst neue Märkte ausgesucht, zwar Internet-fokussiert, aber da gibt es auch verschiedene Schwerpunkte. Ich schaue mir jetzt erst mal blauäugig an, was die anderen so machen und stelle das mal in Frage. Man sagt auch ganz oft, alle sagten es geht nicht. Dann kam einer der wusste das nicht und hat es einfach gemacht. Und so fühlt sich das manchmal an. Man muss, man darf kein Experte sein um Dinge zu ändern. Da gehe ich vor allem mit ganz vielen Gesprächen ran, deswegen habe ich über die Jahre meine Leidenschaft dafür entdeckt, mit Leuten zu sprechen, zu Netzwerken und den Austausch mit anderen zu suchen und dann kommt Stück für Stück die Erkenntnis und irgendwann nach einem halben Jahr lacht man darüber wie unwissend man vor einem halben Jahr war.

Richard Gutjahr: Also ein Stück Naivität kann sogar nützlich sein, wenn man anfängt sich durchzuboxen, wo andere gesagt haben das geht es nicht?

Thomas Bachem: Absolut, und ich meine alle großen Internetunternehmen sind so entstanden. Da stand nicht der Plan ich baue das Facebook, den Multi-Milliardenkonzern. Das fängt mit kleinen Ideen an, ich mach da mal so ein Projekt und daraus erwächst so etwas.

Richard Gutjahr: Was haben klassische Unternehmer noch nicht gecheckt? Wie heutzutage das Netz funktioniert? Wo sind die größten Hemmnisse, wo stößt Du auf Bedenken? Das mag für dich funktionieren, ist aber für uns nichts?

Thomas-Bachem-Richard-Gutjahr-Prof-Tobias-Kollmann-beim-Digitalk-KoelnThomas Bachem: Das ist eine gute Frage. Ich spreche viel mit großen Unternehmen, aber ich tue mich da immer sehr schwer. Was ich ganz oft höre, wie Tobias schon sagte, dass die Erkenntnis schon da ist, aber nicht das Wissen der genauen Möglichkeiten und der Umsetzung. Immer öfter höre ich den Spruch, mir ist das alles klar, aber ich habe da einen Haufen 50-jähriger Mitarbeiter die seit Ewigkeiten für unser Unternehmen arbeiten und die kriege ich da so schwer darauf umgepolt. Und wie kann ich das schaffen? Das natürlich eine Frage, da bin ich der falsche Adressat. Weil ich selbst noch nicht vor dieser Herausforderung stand. Ich hatte das Glück, oft mit jungen unbefleckten Blättern arbeiten zu können und sehe das als ganz besondere Herausforderung, bei der ich auch noch etwas Ratlos bin.

Richard Gutjahr: Die sprechen zwei unterschiedliche Sprachen scheint mir. Wie kann es denn einer Regierung auch gelingen, da für eine Durchmischung zu sorgen?

Prof. Tobias Kollmann: Der Regierung erst mal selbst überhaupt nicht, sondern wir haben diese Hub-Struktur aufgebaut, damit ein Management Vorort das tun kann. Da muss das Management natürlich auch die Kompetenz zu haben. Das heißt, es muss auf der einen Seite die Sprache von Mittelstand und Industrie sprechen, und auf der anderen Seite hip genug sein, damit die Startups auch zum Zug kommen. Das ist das entscheidende, dass wir immer wieder versuchen diese Schnittstellen zu schaffen, und immer wieder darauf hinweisen, dass das kein Voodoo ist, kein Mysterium, sondern durchaus mit Kompetenz erlernbar ist und auch mit Weiterbildung seitens der Mitarbeiter angegangen werden kann. Auf der anderen Seite auch durch junges frisches Blut, das durch Startups hineingetragen wird in einer Kooperation und das Vertrauen, dass man es einfach mal macht. Das ist etwas das wir hier versuchen zu initiieren, und aus unserer Rolle heraus, ein Motor zu sein für den Prozess, dass diese Seiten eben auch zusammenfinden.

Richard Gutjahr: Du engagierst dich im Bereich coding, Du möchtest, dass die Leute coding lernen? Wieso? Gibt es da nicht genug oder sind es die falschen? Warum liegt dir das so am Herzen?

Thomas Bachem: Beides, es gibt nicht genug und es sind teilweise die Falschen. Warum mir das so am Herzen liegt ist meiner Lebensgeschichte geschuldet. Ich bin seit meiner ganz frühen Jugend autodidaktischer Softwareentwickler, ich weiß gar nicht mehr genau wie es dazu kam. Irgendwann hat es mich fasziniert, nicht nur den Computer zu benutzen, sondern auch selbst Software erstellen zu wollen. Habe mir das angeeignet, am Anfang durch Bücher später mit dem Internet selbst und so sind auch sehr viele der Softwareentwickler die wir beschäftigen und die heute in Startups arbeiten, sie sind Autodidakten. Also Studien sagen, sogar die große Mehrheit sind Autodidakten. Als es für mich dann darum ging nach der Schule ob ich studiere und was ich studiere, hat mich damals das klassische naheliegende Informatikstudium sehr abgeschreckt, weil es doch sehr theoretischer Natur ist, sehr grundlagenbasiert, sehr mathematisch. Ich sage manchmal es ist eher angewandte Mathematik. Und das hatte gar nicht soviel mit dem zu tun, was ich kannte. Softwareentwicklung ist für mich, ein kreativer Schöpfungsprozess, auch viel Teamarbeit und das kam so nie rüber. Ich selbst habe dann BWL studiert, habe mich aber immer gefragt, das kann doch nicht sein. Warum gibt es da nichts? Das ist jetzt 11 Jahre her. Man merkt international tut sich sehr viel, Coding Education muss viel praxisnäher sein und ergänzend zu einem Informatikstudium separat gelehrt werden muss. Ich möchte das auf Hochschulebene bringen und eine private Hochschule gründen.

Richard Gutjahr: Das ist die CODE.university. Ab wann macht es Sinn, Kinder damit in Berührung zu bringen? Und wir sollten über das Thema Geschlechterverteilung sprechen, auch da gibt es viel aufzuholen.

Thomas Bachem: Ich sagte eben es gibt zu wenige, das ist einfach zu verstehen und teilweise die Falschen. Bzw. nicht die Falschen, sondern ich glaube wir können noch ganz neue Zielgruppen ansprechen. Mädchen und Frauen sind ein ganz großer Teil davon. Im Schnitt liegt der Frauenanteil im Informatikstudium in Deutschland so bei 20% und warum das genau so ist wissen wir alle nicht. Das ist auch bei vielen anderen technischen Studiengängen so, aber ich glaube es ist so, dass die Informatik dieses sehr mathematische, sehr trockene Bild vermittelt. Es kann und soll ganz anders sein. In der Praxis ist es einerseits ein Teamsport und andererseits etwas furchtbar kreatives. Als wir uns mit dem Thema mehr auseinander gesetzt haben, warum sind da so wenige Mädchen, ist es leider so, dass Mädchen bereits in der Jugend weniger mit dem Thema, mit dem Computer in Verbindung geraten und dann wenn es soweit ist, dass sie sich für ein Studium entscheiden sollen, sie das Gefühl haben ich bin doch schon viel zu weit hinten. Die Jungs haben mehr Ahnung davon als ich, und dann fühlen sie sich eingeschüchtert. Das sind alles Probleme, die wir löschen wollen. Gerade bei Schülern, ich glaube man kann gar nicht früh genug anfangen. Ich sage mal wie viele Eltern ihre Kinder zum Klavier und Ballett-Unterricht schicken, warum nicht auch einmal die Woche zum Computer oder Programmierunterricht? Eine Herausforderung ist natürlich, dass es noch viel zu wenige Angebote gibt in diesem Bereich. Was wir beispielsweise machen wollen, gerade für Jugendliche ab 15 Jahren, wir machen in den Herbstferien hier in Köln ein großes Programmiercamp, das Codecamp. Da wollen wir ganz neue Akzente setzen, neue Zielgruppen ansprechen und den Kids zeigen, das ist echt was verdammt cooles und nicht mit den Clichés behaftet die man oft im Kopf hat.

Richard Gutjahr: So Camps gibt es in Deutschland, meistens eher in Berlin. Hamburg investiert sehr viel in die Startupszene, wie schätzt Du hier Köln ein?

Thomas Bachem: Also man muss leider schon sagen, dass Köln wenn man das mit Berlin, Hamburg und München vergleicht, dann sind wir schon hintendran. Das ist uns aber auch klar glaube ich. Das ist leider dieser unglaublichen Herausforderung gewidmet, der sich auch Tobias widmet, dass NRW ein Flächenland ist. Wir sehen ganz generell, nicht nur den Trend zur Urbanisierung, sondern vielleicht auch den Trend zur Metropolisierung und zumindest in der Startupszene ist es auch einfach sehr beliebt in Großstädten zu leben. Davon haben wir in NRW viele, aber die sind sehr verteilt. Wenn man NRW zusammenlegen würde, die ganzen Startups und innovativen Projekte die wir haben, dann können wir auch locker mit den anderen mithalten, aber jede Stadt einzeln nicht so. Das macht es im Moment sehr schwer.

Richard Gutjahr: Könntest Du dir vorstellen, dass man Programmieren im Lehrplan verankert, z.B. als 2. oder 3. Fremdsprache? Statt Latein?

Thomas Bachem: Ja absolut. Also ich hab selbst Latein damals nicht gemacht, deswegen muss ich hier aufpassen. Da muss man immer ganz vorsichtig sein, wenn man etwas streichen will. Ich stell auch in Frage ob Religionsunterricht in die Schule gehört, also man sagt bei ganz vielen Themen immer naja das ist halt Aufgabe des Elternhauses. Solche Sachen können dann durchaus auch Aufgabe des Elternhauses sein, denke ich mir da. Ich finde es sehr schwer zu sagen, was rein gehört und was nicht. Aber was ich sehr ernüchternd finde, dass durch das föderalistische System jede Schule etwas anders ist, aber ich hatte auch kein Fach Technik in der Schule. Jetzt sagen wir mal Deutschland ist das Land der Ingenieure und Maschinenbauer, wo wird das an der Schule gelehrt. In der Schule wird auch da die Grundlage gelehrt, die Physik, die Mathematik, die Chemie und so weiter. Aber das was doch wirklich spannend ist und auch junge Menschen unglaublich motivieren kann, ist die Arbeit an realen Projekten. Ich fände es viel spannender wenn man ein Fach Technik hat und einen Robotor baut und dann wird das sowohl mathematisch, als auch physikalisch als auch aus dem Programmierblickwinkel betrachtet. Aber selbst dieses Fach Technik, das wir seit Jahrzehnten haben sollten haben wir fast nie. Deswegen hab ich manchmal die Befürchtung, das wird auch mit dem Fach Softwareentwicklung, Coding auch noch lange dauern.

Richard Gutjahr: Was hat es mit diesem pinken Stand zu tun?

Startup-Gruenderin-Kanika-Kaltenberg-beim-Digitalk-KoelnKanika Kaltenberg: Mein Geschäftspartner und ich haben entdeckt, dass die Mobilität im Eventbereich fehlt, gerade was Süßigkeiten angeht. Dann haben wir eine Idee entwickelt, wie man auf eine moderne Art und weiße Süßigkeiten oder überhaupt Marketingstrategien an den Mann bringen kann.

Richard Gutjahr: Also ihr hattet dann vor zwei Jahren eine Idee, und habt gesagt wir müssen den Süßigkeitenmarkt revolutionieren? So muss man immer reden wenn man ein Startup gründet oder? Du sagst, Du bist eine Mischung aus Startup und Gründerin, was meinst Du was ist der Startup Teil an dir?

Kanika Kaltenberg: Wir haben das Unternehmen nicht gegründet um irgendwas zu gründen, sondern wirklich, dass wir die Idee hatten und diese nach vorne bringen wollten. Das ist unser Startupgedanke.

Richard Gutjahr: Das ist wie Thomas gesagt hat, dass nicht im Vordergrund ist, dass man ein Multimilliarden-Dollar Konzern werden will, sondern, dass man sagt, warum gibt es das eigentlich noch nicht? Lass es uns doch tun, also mehr machen als reden?

Prof. Tobias Kollmann: Ja. Mit Gedanken alleine hat man noch nie ein Fenster eingeschlagen und das Machen ist hier im Vordergrund. Das ist auch was ich meinen Studenten immer sage, wir können uns über noch so viele Zusammenhänge hier unterhalten, am Ende des Tages geht es um das Machen. Und das ist übrigens nicht nur etwas, das man vom Wissen her lernen kann sondern auch ein Stück Mut haben muss um das zu tun. Von daher bewundere ich jeden, der diesen Schritt geht und mit einem Startup etwas bewegt.

Richard Gutjahr: Ihr wart dann auch so mutig, dass ihr mit eurer Idee ins Fernsehen gegangen seid. Da gibt es eine Sendung die Höhle der Löwen, bei VOX läuft die und da habt ihr gepitched. Wie war es denn so?

Richard-Gutjahr-Prof-Tobias-Kollmann-Kanika-Kaltenberg-beim-Digitalk-KoelnKanika Kaltenberg: Das war natürlich total aufregend, wir hatten diese Situation vorher noch nicht, dass wir uns vor jemandem Präsentieren mussten oder überhaupt Rechtfertigen mussten, wer wir sind, was wir machen und warum wir das machen. Wir waren interessiert, wir waren in der ersten Staffel in der ersten Folge, wir hatten noch gar keine Erfahrungswerte wie die Sendung ankommen wird, ob man nachher nett geschnitten wird. Da waren wir froh dabei sein zu dürfen.

Richard Gutjahr: Und ihr hattet ein Ziel, ihr wart noch ganz jung und wolltet Geld kann man so sagen Gründungskapital. 50.000 Euro waren das und die habt ihr aber nicht bekommen, warum?

Kanika Kaltenberg: Ja, wir haben uns glaube ich gut präsentiert und alle waren zufrieden mit uns und alle haben gesagt, dass es ein tolles Unternehmen ist, aber dass wir es alleine schaffen. Da muss nicht unbedingt ein Investor dahinter sein, sondern dass wir uns das lieber abarbeiten und danach lieber eigene Entscheidungen treffen sollen, weil vielleicht auch nicht jeder Investor immer nur mit pink leben kann z.B. und wir aber ganz gut.

Richard Gutjahr: Und ihr habt das im Nachhinein gar nicht bereut, weil jetzt nicht so viele mitreden jetzt wo ihr eigenständig wachst.

Kanika Kaltenberg: Ja das ist natürlich ein Vorteil für uns, dass wir uns dann nur zu zweit auseinandersetzen müssen.

Richard Gutjahr: Am Anfang hast Du gesagt ging das noch sehr hemdsärmelig los. Beschreibe uns die Situation, ihr hattet im Prinzip ein bisschen Erspartes und mittlerweile habt ihr Mitarbeiter. Wie ging das wirklich los?

Kanika-Kaltenberg-stellt-Zuckerzahn-beim-Digitalk-vorKanika Kaltenberg: In der Sendung sind wir wirklich noch mit selbstgeschneiderten Kostümen gewesen, die selbst angemalt waren und Trollies. Das haben wir alles mittlerweile ausgetauscht gegen Designerkleider, die wir mit Designern in Deutschland entworfen und produzieren haben lassen, ebenso die Trollies, die sind jetzt hochwertig, die kommen hier aus Deutschland aus einer Fabrik. Die handgemachten Bonbons, vorher haben wir nur mit Haribos gearbeitet, da haben wir uns immer noch ein Stück weiter verbessert und daran merke ich total unseren Erfolg.

Richard Gutjahr: Heute habt ihr eine Handvoll Mitarbeiter, was sind die Pläne jetzt? Ihr wollt Catering mit Süßigkeiten ausbauen und irgendwann mal was erreichen?

Kanika Kaltenberg: Wir haben nicht wirklich einen Plan, sondern wir schauen ganz gerne was der nächste Tag bringt. Wir denken natürlich auch Think-Big und planen groß, wollen weiter wachsen und uns vergrößern.

Richard Gutjahr: Im Grunde ist das auch ein Traum. Ich denke auch im Wirtschaftsministerium will man nur anstoßen und möchte Arbeitsplätze schaffen. Ist das auch ein Ziel von euch, dass ihr stimulieren wollt aber nicht auf Dauer subventionieren wollt?

Prof. Tobias Kollmann: Ich denke pure Subvention ist auf Dauer nie ein gutes Mittel und deswegen ist es genau das, dass wir eher Starthilfe leisten wollen, damit sich möglichst viel entwickelt. Aber es muss auch wettbewerbsfähig sein, und das ist glaube ich auch für ein Startup ganz wichtig, als Feedback, dass man am Markt nachfragt was produziert wird. Ich denke ferner, dass es ein sehr gutes Beispiel ist vielleicht nicht nur in den ganz großen Unternehmen zu denken, die ganz viel machen aber unheimlich viele scheitern auch auf dem Weg dahin. Vielleicht sind hundert bodenständige Startups, die auf Dauer eine Handvoll Mitarbeiter beschäftigen können auch ein gutes Ziel, das wir in NRW gut gebrauchen können. Ich spreche hier immer gerne von der ehrlichen digitalen Maloche im Westen der Republik und ich hab dann lieber weniger Sterbequote und dafür fantastische Gründer, die auf Dauer etwas bewegen. Weil das ist wichtig. Machen wir uns nichts vor, es gibt Prognosen, dass die Digitalisierung sehr viele Arbeitsplätze vernichten wird aber auch viele neue Arbeitsplätze schaffen wird. Diese werden insbesondere in neuen Feldern geschaffen und deswegen müssen wir diese auch im Auge behalten.

Richard Gutjahr: Wir brauchen also einen gesunden Mittelstand? Also nicht nur Facebooks und Googles. Das ist vielleicht auch vergleichbar mit der Automobilindustrie, dass man sagt, wir brauchen auch Zulieferer?

Prof. Tobias Kollmann: Ja, genau so ist es. Das ist eine Mischung, wir brauchen auf der einen Seite große Leuchttürme. Die haben wir auch, wenn ich mal an Trivago denke, das ist einer der größten digitalen Player hier in NRW, aber wir brauchen eben auch das Grundrauschen an einem digitalen Mittelstand, was in der Breite eine solide Grundsubstanz bringt und damit auch robust ist. Weil wenn ein Großer z.B. weggekauft wird und verlagert wird – das soll durchaus vorkommen in dieser Branche – dann haben wir eben vielleicht nicht das Ziel erreicht. Daher ist es wichtig, dass wir eben auch gerade in diesen Strukturen glänzen.

Richard Gutjahr: Kanika wir haben schon über das Thema Geschlechterverteilung gesprochen. Hast Du eine Erklärung dafür, dass Frauen das Thema nicht so sexy finden zu gründen?

Kanika Kaltenberg: Das glaube ich gar nicht, ich glaube viele Frauen gründen ziemlich gut und haben Spaß daran. Weil gerade durch neue Medien ist es so einfach geworden etwas zu gründen, etwas das einen interessiert. Und es gibt wirklich viele Anlaufstellen mittlerweile.

Richard Gutjahr: Also die Coderin bist Du auch nicht gewesen, das heißt wir bewegen uns auch noch klassisch. Ihr macht Catering, auch bei Reisen oder Marketing trifft man viele Gründerinnen an. Aber richtiges coden, bei den Entwicklern gilt 80-20 ich kenne sogar 90-10, da haben Frauen noch Berührungsängste. Was müsste denn geschehen, dass Frauen sagen ich kann coden? Was hat dich abgeschreckt? War das so wie Thomas gesagt hat, dass es zu technisch zu abstrakt ist?

Kanika Kaltenberg: Da bin ich wirklich die falsche Ansprechpartnerin, weil ich keine Ahnung davon habe. Es müsste vermutlich vereinfacht werden, dass schönere Bilder drin sind.

Richard Gutjahr: Apple will jetzt coden an die Schulen bringen in der USA und hat sogar eine eigene Plattform geschaffen, dass sogar schon Kinder, Vorschulkinder anfangen zu coden. Mir ist aufgefallen, dass in der USA ein Krieg der Talente im Gange ist. Das heißt dort weiß man gute Coder sind teuer, man lockt diese zu sich mit Annehmlichkeiten. Da haben wir in Deutschland noch eine Menge Bedarf oder?

Prof. Tobias Kollmann: Ja, aber es gibt erste Zeichen. Die Kultusministerkonferenz hat jetzt gerade entschieden, dass das Thema Programmieren neben Lesen, Rechnen und Schreiben zu den vier Grundkulturen an den Schulen werden soll. Von daher ist das erkannt worden. Ich finde das sehr bemerkenswert, damit ist das noch nicht umgesetzt, aber es ist zumindest schon mal erkannt worden. Es gibt natürlich wenn man über Lehrpläne diskutiert ganz viele unterschiedliche Ansichten, von einem allgemeineren Fach Digitalkunde in der Grundschule was nicht nur Programmieren beinhaltet sondern auch dem gesellschaftlichen Verständnis was dort passiert, also etwas allgemeiner, breiter angelegt ist. Bis hin zu Programmierung als 2. Fremdsprache neben einem vielleicht fortgeführten Fach Digitalkunde oder Informatik um die Kompetenzen zu vertiefen, bis hin zu den Hochschulen wo es dann eben mit Spezialaktivitäten wie Thomas Bachem eben erzählt hat, es spezielle Programmierhochschulen gibt, aber wo auch das Thema digitale Wirtschaft eingebettet wird in die MINT-Fächer, Wirtschaftsinformatik, Informatik, BWL an der Schnittstelle, einschließlich der Entwicklung von Startups und Innovationen. Es gibt unglaublich viele Ansätze und der nächste IT Gipfel auch bei uns im Land wird dieses Thema haben, weil die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Bildung so unglaublich wichtig ist. Auch wir in NRW versuchen eine ganze Menge Impulse zu setzen.

Richard Gutjahr: Was ihr auf die Beine stellt ist sehr klassisch, eher analog. Wie wichtig ist da Vertrieb, Internet, überlegt ihr ob ihr da auch einen Shop aufmacht oder ist das alles nur Akquise damit man euch erstmals findet wenn man euch googled?

Kanika Kaltenberg: Ziel ist natürlich das alles auch zu digitalisieren und einen Onlineshop zu haben, aber momentan arbeiten wir noch nicht so.

Richard Gutjahr: Das ist eine interessante Geschichte, muss ich jetzt nur noch digital sein? Oder aber gibt es auch eine Renaissance, manche Dinge möchte ich tatsächlich sehr haptisch an Ort und Stelle, eine persönliche Erfahrung machen? Damit arbeitet ihr sehr stark im Eventbereich. Schließt das eine das andere aus?

Prof. Tobias Kollmann: Das kommt auf das Geschäftsmodell an, ich würde da gar nicht so Pauschalisieren, dass nur das eine oder nur das andere zum Erfolg führt. Es kommt schlicht und ergreifend darauf an, wo sind die Kunden, wie erreiche ich sie, was ist das Produkt, hab ich einen digitalen Anteil oder nicht? Da gibt es so viele verschiedene Varianten, man sollte vielleicht beides im Auge behalten und schauen in wie weit die beiden Welten am Besten kooperieren können, sei es im Marketing, sei es im Vertrieb auch wenn es sich um reale Produkte dreht. Bestmöglich geht es Hand in Hand, aber das alles 100% auf der einen Seite oder anderen Seite entscheidet der Einzelfall.

Richard Gutjahr: Glaubst Du Snapchat bietet Möglichkeiten das geschäftlich zu verbinden?

Kanika Kaltenberg: Auf jeden Fall. Wir sind definitiv für so etwas gemacht worden, unsere Mädels und Jungs sehen einfach immer so hübsch aus, dass man sich auch gerne die Snaps anschaut, wenn jetzt Candy z.B. ein eigenes Profil hätte in dem sie zeigt was sie tagtäglich macht. Ob es jetzt Bonbons verpacken, Bonbons selber machen oder verteilen ist. Das ist für uns eine super Möglichkeit.

Richard Gutjahr: Wir wollten uns fragen sind Startups nur ein Strohfeuer oder kann das Tatsächlich sogar eine Säule, eine tragende Säule in der Zukunft für den Mittelstand hier in NRW sein? Jemand der beide Sprachen spricht, nämlich sowohl die digitale als auch die analoge ist Christoph Baier mit zwei Initiativen founderio und Founderio Innovation. Beschreib uns kurz was das ist und was ihr da macht?

Founderio-verbindet-Startups-und-MittelstandChristoph Baier: Bei founderio bringen wir Gründer mit einer Softwarelösung mit etablierten Unternehmen zusammen und helfen zudem dabei ihr Team zu finden. Denn das Team finden ist für Startups immer das erste Problem. Mit Founderio Innovation konzentrieren wir uns auf die zweite Sprache auf die etablierten Unternehmen und schauen wie können diese mit Startups zusammenarbeiten, mit wem, worauf müssen sie achten?

Richard Gutjahr: Das heißt ihr seid so eine Art Heiratsmarkt, Tinder für Unternehmen?

Christoph Baier: Die Parship Metapher, die wir gehört haben, mag ich lieber.

Richard Gutjahr: Es gibt zwei verschiedene Sprachen, haben wir schon gehört, die klassischen Unternehmer die schon Erkenntnis haben aber noch nicht wissen wie sie es umsetzen wollen und umgekehrt die Coder die sprechen sowieso ihre eigene Sprache. Wie schafft ihr es die so zu synchronisieren, dass die auf eine Ebene kommen?

Christoph Baier: Das ist eine der größten Herausforderungen um das Potential eben auch zu heben. Es fängt damit an, dass es zwei unterschiedliche Sprachen sind. Tobias meinte gerade schon die Superlativen bei Startups die oft fallen. Der konservative Mittelständler kann vielleicht nicht soviel anfangen mit disruptive, innovative, neues Geschäftsmodell und Businessmodel. Andererseits hat vielleicht auch das Startup Schwierigkeiten mit Controlling und anderen Themen die der Mittelstand eher im Fokus hat umzugehen. Was wir zum Beispiel machen, einer der ersten Schritte wenn wir mit Unternehmen arbeiten, ist ein Vokabeln lernen, hier ist das Vokabelheft. Meistens fangen wir mit einer Motivation an und dann kommt die Schule. Umgekehrt ist das ähnlich, die Unternehmen haben dann auch die Herausforderung zu sagen, was ist denn eigentlich unser Vokabular hier am Standort, was verwenden wir da? Wir unterstützen beispielsweise auch dabei, dass sie eine Sprache verwenden, welche die Startups besser verstehen, oder dass sie den Startup dann eben erklären wie ihr Vokabular aussieht. Emojis sind eine Idee für die Zukunft. Wenn beide Seiten das Vokabular des anderen verstehen, dann kann man auch kommunizieren und weiß was der andere möchte. Da ist natürlich die Sprache auch nur das eine, aber auch die Kultur und das Verständnis füreinander ist eben sehr wichtig. Beispielsweise ist ein Startup in der Regel auf der Suche nach einem Geschäftsmodel – sonst ist es per Definition eigentlich schon auf dem Weg ein junges Unternehmen oder ein Mittelständler zu werden – und diese Suche nach einem Geschäftsmodel ist eine ganz andere Aufgabe als die Nutzung eines Geschäftsmodells wie es die Aufgabe eines etablierten Unternehmens ist. Beispielsweise muss es erlaubt sein – im begrenzten Rahmen – Fehler zuzulassen. Das ist etwas wo Mittelständler anecken. Da ist es auch eine Kommunikationssache zu sagen, ok es geht hier um ein neues Geschäftsmodel, da muss ich Fehler zulassen. Wenn ich das Geschäftsmodel gefunden habe, kann ich immer noch perfektionieren und die Fehler rausschleifen, aber nicht am Anfang.

Richard Gutjahr: Da höre ich natürlich auch gleich den Mittelständler oder jemanden, der schon Verantwortung gegenüber Mitarbeitern hat und sagt schön ihr könnt da experimentieren und das in die Luft jagen, aber bei mir sind da 50 Leute auf der Straße. Wie schafft man es denen diese Ängste zu nehmen?

Kooperation-von-Startups-und-KMU-in-NRWChristoph Baier: Das ist eine schwierige Sache. Was man oft macht, dass man einen begrenzten Raum schafft, in dem eine solche Zusammenarbeit möglich ist. Da kommt es dann zum Beispiel auf die Kooperationsform an. In der Regel wird ein Startup, das in der frühen Phase ist nicht direkt in den Prozess des Mittelständlers integriert werden, sondern man fängt z.B. ein Forschungsprojekt an in dem man gemeinsam eine neue Technologie erforscht. Aber das ist auch oft der einzige Weg solche Potentiale zu heben. Letzte Woche war in Berlin ein Event zum Thema 3D-Druck, da ist beispielsweise die Aussage gefallen, dass sich die Technologie um 100% pro Jahr weiterentwickelt. Das ist natürlich schwierig, wenn ich als Mittelständler die Technologie nicht nutze, dann bekomme ich gar nicht mit, wie sich die Technologie entwickelt. Dann entscheide ich heute vielleicht, Startups und die Technologie das lass ich lieber. Da gab es ein schönes Beispiel, da hat ein Startup einen 3D gedruckten Stuhl mitgebracht. Der Mittelständler packt den Stuhl an, rüttelt dran, der Stuhl bricht. Das war natürlich ein ganz schlechter Moment in der Situation. Da muss man eben auch das Verständnis schärfen, dass es um eine neue Technologie geht, die sich sehr schnell entwickelt. 1-2 Jahre später kann man dann vielleicht schon Metall, und andere Materialien verarbeiten, die dann auf einmal super günstig sind, aber vielleicht hat der Mittelständler dann gesagt, das hab ich doch schon vor zwei Jahren gesehen, und das mit Startups die machen so schlechte Qualität, meine Kunden die wollen doch Qualität. Da ist es eine wichtige Sache zwischen den beiden zu vermitteln, dass beide verstehen, was bedeutet Startup, was bedeutet Mittelständler.

Richard Gutjahr: Viele erfolgreiche Unternehmen haben das Problem, dass sie nicht zwei Betriebe gleichzeitig fahren können. Sie können nicht die Maschinen still legen um mit 3D Druckern zu experimentieren. Mit dem einen verdienen sie noch ihr Geld und mit dem anderen verdienen sie noch kein Geld. Ich wüsste sofort wo ich mein Geld investieren würde, nämlich in das was aktuell funktioniert. Trotzdem wenn man zu spät anfängt zu innovieren, dann verpasst man den Einstieg?

Prof. Tobias Kollmann: Am Ende des Tages brauchen wir Unternehmen mit zwei Geschwindigkeiten und auch zwei Themenfeldern. Wir müssen den Digitalisierungsthemen in klassischen Unternehmen den Raum schaffen um auch beispielsweise mit Startups zu experimentieren als ausgelagerte Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Denn genau so muss man Startups sehen, weil das ist der bestmögliche Bereich in dem man auch einem klassischen CFO deutlich machen kann, du investierst hier sowieso in die Innovationsentwicklung, mach es doch im Digitalbereich gemeinsam mit Startups und du weißt, dass bei deinen eigenen F&E Entwicklungen nicht alles funktioniert. Es ist auch immer eine Frage des Aufhängens. Eine Frage wo im Unternehmen so ein Wandel stattfindet. Viele Unternehmen gründen Digitalunits außerhalb eines Unternehmens um nicht den klassischen Betrieb davon zu beinträchtigen. Auch da gibt es ganz viele Formen, entscheidend ist, dass man das Thema aufnimmt und sich dieser Herausforderung stellt und es einfach mal ausprobiert. Und da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, diese alte Mentalität, erst mal von 10 Alternativen im Vorfeld ganz sicher zu gehen, welches dann ist, das dauert einfach zu lange. Und die Startup Mentalität einfach alle 10 auszuprobieren ist natürlich für viele auch ein kultureller Wandel und genau das ist auch etwas wo jeder Unternehmer für sich entscheiden muss, wie schaffe ich den kulturellen Wandel. Schaffe ich den sozusagen im etablierten System, schaffe ich ihn parallel, schaffe ich ihn in neuen Abteilungen, mit Auslagerung?

Richard Gutjahr: Da könnt ihr beraten, könnt ihr helfen, könnt ihr externes Knowhow auch in die Unternehmen holen, dass auch ein kaputter Stuhl vielleicht am Ende was gebracht hat. Weil man diesen Erkenntnisgewinn, dieses Knowhow sich antrainiert hat, zu einer Zeit in der man sich leisten konnte, ab und zu mal was zu zerhauen.

Prof. Tobias Kollmann: Ich finde das übrigens ein schönes Bild mit dem kaputten Stuhl. Das ist nämlich auch der Zusammenbruch des neuen Marktes gewesen, da haben alle gesagt, genau deswegen funktioniert es nicht und wir brauchen uns nicht damit zu befassen und haben uns deswegen in den Dornröschenschlaf zurückgezogen. Das war genau das falsche. Wer nur an diesem Ereignis des zerbrochenen Stuhles die Digitalisierung festmacht, das ist genauso lachhaft wie die Vorstände, die ihre Krawatten ausziehen und meinen sie seien digital. Wir müssen mal trennen von solchen Symboliken oder Ereignissen und schauen und sagen, was mittel- und langfristig auf uns zukommt und dann ist das bestenfalls eine Zwischenlösung.

Richard Gutjahr: Christoph, jetzt sagen viele auch Mittelständler, wir haben ne hausinterne IT. Die machen das schon. Du sagst, Startups ticken und denken etwas anders und davon könntet ihr auch profitieren. Was können Externe in ein etabliertes Unternehmen reinbringen, was die wahrscheinlich so nicht aus sich heraus schaffen?

Innovations-BeidhaendigkeitChristoph Baier: IT ist ein Thema, auch in der Forschung ist es sehr spannend. Man muss sehen für welche Aufgaben Startups geschaffen sind. Wenn es darum geht einen gewissen Prozess zu perfektionieren ist ein Startup möglicherweise nicht der richtige Ansprechpartner. Wenn es aber darum geht eine neue Technologie zu nutzen, die in der Zukunft viel stärker und leistungsfähiger wird, in der Zukunft vielleicht die dominante Technologie wird, so was könnte ich mir sehr spannend vorstellen. Dort kann ein Startup seine Stärken ausspielen im Sinne der Geschwindigkeit, der Innovationskraft, auch kulturell, dass das etablierte Unternehmen vom Startup lernen kann. Was für Methoden gibt es da, wie kann ich Innovation machen? Im Mittelstand habe ich das Gefühl, dass ein starker Fokus auf das bestehende Geschäftsmodel liegt, im Innovationsmanagement gibt es zwei Hände, man spricht von einer Beidhändigkeit. Während die eine Hand sich darum kümmert das bestehende Geschäftsmodel zu entwickeln, auszuschlachten, zu perfektionieren, 1% schneller besser etc. sollte es für ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen eine zweite Hand geben, die sagt wir entwickeln Innovationen in Themenfeldern der Zukunft. Weil am Ende des Tages, wenn ich das perfektioniere, irgendwann ist die Technologie am Limit und wird die Technologie in ihrer Bedeutung sinken, dann kann ich vielleicht noch Marktanteile gewinnen aber irgendwann ist auch das vorbei und dann kommt die neue Technologie. Das bedeutet in der bestehenden Technologie werden Arbeitsplätze, Beschäftigung abgebaut und in der neuen Technologie aufgebaut. Wenn es dann natürlich in Deutschland keine Startups gibt oder keine Unternehmen gibt die in neuen Technologien arbeiten entsteht die Beschäftigung woanders. Das heißt auch gesellschaftlich ist es super wichtig, dass die Zusammenarbeit von etablierten Unternehmen und Startups, vor allem B2B Startups passiert.

Prof. Tobias Kollmann: Umso erschreckender muss man sagen, wenn man sich die Studien anschaut, warum Mittelstand und Industrie sich dem Thema Digitalisierung nicht stellen. Als Top Antwort kommt die Verteidigung der bisherigen Strukturen. Und die zweite Antwort ist sie haben keine Zeit. Bei diesen beiden Antworten wird mir echt schlecht. Und das kann nicht die Antwort sein, und genau deswegen ist es auch ein Thema, weil natürlich etablierte Manager egal wo sie wie agieren Angst haben um die kurzfristigen Effekte für ihren eigenen Erfolg und ihre Entlohnung eine Rolle spielen. Deswegen ist die Zusammenarbeit mit Startups auch so spannend, weil man in der Kooperation eben auch Dinge ausprobieren kann in Kooperation ohne den eigenen Markennamen direkt zu beschädigen und vielleicht in solche Szenarien reinzukommen, dass man als Manager vielleicht als erfolglos bezeichnet wird. Über solche Kooperationsansätze kann man eine ganze Menge bewegen.

Richard Gutjahr: Ich nehme mit, experimentieren so lange das Geschäft noch läuft, aber auf einem geschützten Terrain und sich ein paar neue Ideen, aber auch Köpfe und Startups sich an Board holen.

Publikumsfrage: Wie lange brauche ich um Programmieren zu lernen? Welche Sprachen kann man lernen und womit kann man sinnvollerweise anfangen?

Digitalk-zur-Zukunft-von-Startups-und-KMU-in-NRWChristoph Baier: Als Wirtschaftsinformatiker kann ich ein bisschen was dazu sagen, Thomas ist da aber sicher der bessere Ansprechpartner. Es kommt darauf an wie gut man sein möchte, aber ich denke nach einem halben Jahr hat man erste Erfolgserlebnisse und kann erste Dinge selbst machen. Der klassische Einstieg ist im Html-Bereich, das ist gar keine Programmiersprache, da kann man sehr einfach starten und hat nach einem Tag bereits erste Erfolgserlebnisse und kann Webseiten gestalten. Dann gibt es unterschiedliche Sprachen, an der Universität ist Java sehr beliebt, in der Praxis ist bspw. Ruby Rails oder PHP auch beliebt.

Richard Gutjahr: Python habe ich heute gelernt. Aus meiner eigenen Erfahrung als Journalist kann ich berichten, ich habe heute meinen Coding Kurs für Sie verlassen. Heute war erster Tag in Hamburg, ich habe angefangen, heute war mein erster Schultag, ich habe Coden gelernt für Beginner, für Journalisten. Ich fliege auch morgen mit der ersten Maschine zurück und morgen geht’s weiter. Liebe Kollegen ich komme morgen wieder und schreibe meine Hausaufgaben beim Nachbarn ab. Es ist glaube ich für niemanden falsch, sich diese Denke anzutrainieren, zu verstehen wie es funktioniert. Man muss nicht der perfekte Coder werden, das ist gar nicht so das Hauptziel, aber dass man sich die Systematik dieser neuen digitalen Welt zumindest besser vorstellen kann. Nicht jeder muss einen Stuhl drucken können, ich möchte zumindest nicht auf meinem eigenen sitzen müssen. Beim coden habe ich heute gelernt, 2 Jahre braucht man etwa und dann geht es erst richtig los.

Publikumsfrage: Es geht heute um Startups und wir haben am Anfang gehört, dass es ganz wichtig ist, dass wir den etablierten Mittelstand mit Startups vernetzen um die ausgelagerte Forschungsabteilung zu sein. In dem Kontext fand ich es interessant, dass ein Startup mit einem analogen Geschäftsmodel vorgestellt wird und selbst noch nicht digitalisiert ist. Eine Anregung wäre, dass wir konkret Mittelständler hier her holen und die Erfahrungsberichte bringen, wie haben sie mit Hilfe von Startups ihr Geschäftsmodel digitalisiert, was nachhaltig wirkt? Das kam mir heute etwas zu wenig vor, als Anregung.

Prof. Tobias Kollmann: Vollkommen richtig, ich möchte das sogar noch erweitern. Wir sprechen bei den Pitches immer von Startups zu Investoren darum, dass diese gerne eine Finanzierung haben möchten. Ich würde das gerne mal in eine andere Richtung drehen wollen, nämlich, dass die Startups um einen Auftrag pitchen wollen um darüber eine gemeinsame Plattform hinzubekommen. Ich glaube das ist auch etwas, was man als Basis nehmen kann um zu schauen, was wird denn da eigentlich draus? Vielleicht auch Bestpracices zu entwickeln, die man dann auch wieder präsentieren kann. Ich glaube wir brauchen auch ganz schlicht und ergreifend ganz viele von diesen Beispielen, damit auch andere sich daran orientieren können, wie man das macht. Das ist vielleicht ein anderer Weg.

Startups und Mittelstand Kooperation: Wie können beide Seiten zusammenarbeiten? (C) Digital CologneChristoph Baier: Gerade Geschäftsbeziehungen würde ich unterstützen, diese sind für Startups wirklich das wichtige. Ein Beispiel hier noch für eine solche Zusammenarbeit. Das Startup sofatutor in Berlin arbeitet beispielsweise mit dem Cornelsen Verlag zusammen im Bereich elearning. Wenn man sich überlegt, dass in Südkorea 2016/2018 diskutiert wird, dass die Schulbücher aus dem Alltag verbannt werden, dann muss ich mir auch in Deutschland – vielleicht haben wir 2, 3 oder 5 Jahre mehr Zeit – aber dann muss ich mir als Cornelsen überlegen, was mache ich hier eigentlich, wenn mein Kerngeschäftsmodel Schulbücher sind. Das ist dann sehr spannend, ich denke Cornelsen nutzt das einerseits um sich selbst zu digitalisieren aber andererseits auch um mit dem Startup mitzuwachsen und von der Kultur zu profitieren. Das finde ich ein sehr schönes Beispiel.

Prof. Tobias Kollmann: Da sollten wir vielleicht ganz schnell die Idee nach draußen geben. Spotify für Bücher im Schulbereich. Ein Abo, alle Bücher egal auf welchem Endgerät egal welches für den Unterricht gebraucht wird. Liebe Startups los geht’s.

Publikumsfrage: Das ist eine super Plattform Herr Baier, die sie anbieten. Man hat im Rheinland im Unterschied zu Berlin enorme Industrie die man hier findet. Eine echte Stärke. Sie sagten aber in der Anmoderation, dass es auch so ist, dass sie die Teams zusammenstellen, dazu hätte ich gerne noch etwas mehr gewusst.

Christoph Baier: Vielleicht muss ich hier noch differenzieren, wir stellen nicht die Teams zusammen auf der Plattform, sondern die Nutzer finden sich auf der Webseite selbst. Die Nutzer haben dort die Möglichkeit ihr Profil zu veröffentlichen und dann mit anderen Nutzern zu kommunizieren oder eine Ausschreibung zu veröffentlichen, ich suche einen potentiellen Mitgründer der die und die Fähigkeiten hat und der sich vielleicht auch für mein Thema begeistert. Das hatten wir gerade auch bei Thomas Bachem, dass die Begeisterung für ein Thema auch sehr wichtig ist. Ich glaube die wenigsten Startups – meine Meinung zumindest – werden gegründet allein des Geldes wegen. Die Motivation für das Thema, die Vision ist ein wichtiger Ausgangspunkt.

Marco Zingler von denkwerk: Tobias, ich finde Du hast genau den richtigen Punkt angesprochen. Man könnte mit Startups in Deutschland viel schneller die klassische Industrie digitalisieren wenn es nicht so verheerende Einkaufsregeln gäbe. Das ist nämlich die Wahrheit. Die Einkaufregeln der deutschen Industrie verhindern mit Startups zu arbeiten. Das Risikomanagement ist da so tough, dass man da nicht mit frisch gegründeten Unternehmen arbeiten möchte. Das führt dann auch in die etwas eigenwillige Kultur, dass wir denken man könnte Startups nur gründen, wenn man Venture Capital bekäme, was man nach Zirkusvorstellungen auf Investorenkonferenzen einsammelt. Der beste Weg in Deutschland und so haben wir es in 150 Jahren Industrialisierung gemacht ist doch eigentlich Aufträge zu bekommen, sofort Geld zu verdienen. Der Kernpunkt ist aber, die Industrie braucht gar nicht Startups zu gründen, oder sich selbst das Coden beibringen, man müsste mal mit Startups arbeiten.

Prof. Tobias Kollmann: Genau und deswegen geht der Weg nicht über die Einkaufsabteilung. Das ist ganz klar, weil da nämlich die meisten dran scheitern und teilweise auch das Verständnis von den Einkäufern gar nicht für solche „unsicheren“, nicht flexiblen, vielleicht morgen nicht mehr vorhandenen Anbieter dann auch sein mag. Ich glaube, dass wir das Thema anders positionieren müssen. Wir müssen es einmal über die F&E Entwicklung positionieren und wir müssen es über die in den Unternehmen vorhandenen Innovationsabteilungen und Business Development Abteilungen positionieren. Und wir brauchen dann auch die richtigen Ansprechpartner, die dann auch für die Startups zur Verfügung stehen. Deswegen werden wir auch über DWNRW demnächst ein neues Angebot haben, dass wir den Startups die passenden Ansprechpartner aus Mittelstand und Industrie zur Verfügung stellen, sodass zunächst an den Einkaufsabteilungen vorbei mit den richtigen Leuten gesprochen werden kann. Von unserem Beirat der jungen digitalen Wirtschaft gibt es übrigens auch in Berlin den ganz klaren Hinweis, dass auch die öffentliche Hand bei Auftragsvergaben schauen muss, dass sie Startups nicht per se ausschließen. Und uns wurde zumindest zugesichert, dass über diese Richtlinien auch nachgedacht wird um dieses Tor zu öffnen.

Richard Gutjahr: Öffnen ist ein gutes Stichwort, also dass man Schnittstellen bereitstellt um den Austausch herzustellen und möglich zu machen.

Prof. Tobias Kollmann: Natürlich, wer heute noch meint das Internet allein zu erobern, das ist aus meiner Sicht der falsche Ansatz. Ich glaube, dass Kooperationsmodelle heute sehr sehr viel stärker im Fokus stehen. Und das ist auch das, was die Startups letztendlich auch machen. Sich gegenseitig vernetzen, schauen wo sind die Win-Win Situationen, hilfst du mir, helfe ich dir, gemeinsam größer zu werden und zu wachsen. Das muss meiner Meinung nach auch eine Kultur sein, die im Mittelstand gilt. Wir müssen uns mal trennen von dieser klassischen horizontalen Deutschland AG. Nur die Großen miteinander und ansonsten lassen wir keinen rein in den Club. Das ist längst zu den Akten gelegt, wir brauchen eine vertikale Struktur von Großen, Mittleren und Kleinen. Gerade in der Digitalisierung geht es hauptsächlich um Geschwindigkeit und die kriegen die großen Tanker nicht hin. Deswegen liegt es schlicht und ergreifend auf der Hand, hier einmal über andere Modelle nachzudenken, das müssen wir den großen durchaus nochmal näher bringen.

Publikumsfrage: Thema Geschwindigkeit ist genau mein Thema. Wenn man sich die verschiedenen Ökosysteme mal global ansieht und die Wachstumsraten miteinander vergleicht, dann müssten wir wenn wir nur annähernd auch die gleichen Raten kommen wollten, richtig viel Gas geben. Meine Frage ist erstens mal wie ist die aktuelle Wachstumsrate und zweitens wie müssten wir eigentlich unsere Struktur, unser Bildungssystem, unser Investitionsverhalten usw. verändern um auch nur annähernd in andere Ligen zu kommen. Weil ich glaube wir wachsen vielleicht ein bisschen und digital wird auch interessanter in Deutschland. Im Vergleich zu anderen Ländern und Ökosystemen sind wir immer noch was das Wachstum angeht sehr weit abgeschlagen.

Prof. Tobias Kollmann: Das kann ich nur bestätigen, wir laufen nicht vorne Weg sondern hinten her. Und in der Annahme, dass die anderen nicht mehr aufhören zu laufen, müssten wir rein theoretisch doppelt so schnell laufen und das tun wir im Moment nicht, weil wir schlicht und ergreifend viele Rahmenbedingungen noch nicht so gestaltet haben, dass das Thema Digitalisierung wirklich ernsthaft nach vorne kommt. Dann ist das Thema Bildung, ich hatte bereits die ganze Kette aufgezeigt, wo wir tunlichst etwas tun müssen, das ist zum Beispiel das Thema Finanzierung. Wir haben immer noch Faktor 20 weniger Venture Capital als in den Vereinigten Staaten, auch relativ gesehen. Von den ganz großen Veränderung bringenden Strukturveränderungen haben wir im Moment immer noch Respekt. Beispielsweise die Übernahme vom Enterprise Investment Scheme aus Großbritannien, wo sämtliche private Investitionen in junge Unternehmen von der Steuer absetzbar sind. Das tun wir hier nicht, wir sind hier schlicht und ergreifend sehr konservativ unterwegs. Wir haben in der gesamten Kultur nicht gerade das Entrepreneurship Gen, das heißt wir bilden immer nicht nur für das Angestelltenwesen aus, sondern wir haben auch in der Mentalität der Studenten der nächsten Generation viele die nur Angestellte sein wollen. Ganz erschreckende Zahlen auch hier aus NRW, knapp die Hälfte wollen immer noch in den Öffentlichen Dienst. So kommen wir da nicht richtig weiter. Jetzt kann man zwar sagen, das sagt einer der im Öffentlichen Dienst ist, aber ich war schließlich auch mal Gründer. Von daher glaube ich, dass wir da eine ganze Menge an vielen Stellen tun müssen. Und auch da müssen wir uns einmal von verabschieden. Maßnahmen in Deutschland sind am Ende des Tages, global gesehen zu klein, weil Deutschland zu klein ist im digitalen Umfeld. Wir müssten mindestens in Europa denken, weil zwischen den großen Onlineräumen Amerika und Asien nur halbwegs ein europäischer Binnenmarkt eine Relevanz hat. Dafür müssen wir es aber auch schaffen, dass Startups international deutlich schneller Wachsen können. Sie laufen aber im Moment auf die verschiedensten Datenschutzrichtlinien und Rechtsformen für das Gründen von Unternehmen in den einzelnen europäischen Unternehmen hinaus. Das ist alles nicht förderlich und deswegen sind wir im Moment nicht vorne weg, sondern müssen aufpassen, dass wir uns gerade nicht zwischen den Fronten Amerika und Asien aufreiben, sondern hier selbst Flagge zeigen. Im Moment sind die Zahlen noch nicht so. Von den 151 Unicorns die wir weltweit haben, kommen nur 14 aus Europa und nur 4 aus Deutschland, das ist viel zu wenig um da in Zukunft mitspielen zu können. Deswegen haben wir an vielen Ecken und Enden zu arbeiten, nur und das muss ich auch ganz klar sagen, natürlich würden wir gerne einen Fingerschnipp machen und sagen von heute auf morgen ist alles besser, aber das ist leider nicht so. Das ist ein Prozess der ein Stück dauert und wir haben ihn an vielen Stellen angestoßen und sind aber noch lange nicht am Ziel und da müssen wir unsere Anstrengungen deutlich verbessern.

Zum Video (70:29): https://www.youtube.com/watch?v=9gWbMadIG7g
Zum kurzen Video (8:17): https://www.youtube.com/watch?v=Bf4XAaWIQIQ

Berlin ist Treffpunkt innovativer Großunternehmen

Das bundesweite Netzwerk-Event INNOVATIONS meet INNOVATIONS versammelte zum zweiten mal Corporate Innovatoren in der Hauptstadt.

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Ein lebhaft genutzter Tischkicker, Lounge-Musik im Hintergrund und eine Stimmung wie beim Social Event eines Startups. Wer am Montag-Abend im Innovationhub SPIELFELD Berlin dabei war konnte denken, hier feiern Produktmanager, Onlinemarketer und Softwareentwickler eines Later-Stage-Startups. Doch die ausgelassene Stimmung war eines der Highlights des 2. bundesweiten Netzwerk-Events deutscher Corporate-Innovatoren.

Die führenden Startup-Qualitätsmedien Deutsche Startups, Gründermetropole Berlin und Venture TV, die Kooperationsplattform Founderio Innovation und die Mediendienstleister KNY Photographie und SPREEFACTORY hatten Bereichsdirektoren, Innovationsmanager und Programmdirektoren von Großunternehmen zu Fachvorträgen und Networking bei INNOVATIONS meet INNOVATIONS nach Berlin eingeladen.

Innovatoren kommen zum Networking nach Berlin

Mehr als 20 Vertreter u. a. aus Bonn, Frankfurt, München und zahlreichen neuen und etablierten Innovationsprogrammen am Standort Berlin folgten der Einladung trotz sommerlicher Temperaturen und Urlaubsfeeling. Philipp Brandts, Principal bei etventure, stellte den gespannten Gästen die wichtigsten Ergebnisse der gemeinsam mit der GfK erarbeiteten Deutschlandstudie zu Herausforderungen der digitalen Transformation in Großunternehmen vor.

In einer lebhaften Q&A-Session zur Integration digitaler Innovationen in Großunternehmen diskutierten u. a. Vertreter von Cube Global, Deloitte Greenhouse, des Deutsche Bank Innovationlabs, des DHL Innovationlabs, der Digitaleberatung etventure, von Roland Berger Digital und Siemens. Einhellige Meinung der meisten Unternehmensvertreter: Der schwierigste Schritt ist die Übernahme von Innovationen aus Labs und Startup-Garagen in den Geschäftsalltag der Konzerne.

Vertrauensvoller Austausch unter Innovatoren

Michael Hoffmann von VISA Europe Collab stellte als Partner des SPIELFELD Berlin “4 Diamonds” vor. Der Innovationsprozess des Zahlungsdienstleisters wurde denn auch gleich auf Smartphones festgehalten, um interessante Aspekte in die eigene Entwicklung zu übernehmen. Co-Gastgeber Prof. Dr. Björn Bloching von Roland Berger Digital fokussierte in seinem Impuls auf die Notwendigkeit von neuen Entwicklungen in einem geschützten Raum und der Fortentwicklung des etablierten Geschäfts.

SPIELFELD-Direktor Tobias Rappers gab in einem exklusiven Rundgang direkte Einblicke in die Arbeit des gemeinsamen Innovationhubs und wie Roland Berger und VISA mit Startups und Großunternehmen neue Ideen entwickeln und umsetzen. Mit Fug und Recht kann man den kollaborativen Ansatz der unterschiedlichen Partner als interessante Perspektive zur Unterstützung der digitalen Transformation von Unternehmen sehen.

Die schönsten Momente und einen individuellen Einblick in das 2. Netzwerk-Event deutscher Corporate-Innovatoren gibt es hier in einem exklusiven Moodboard:

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Eine der ersten Adressen für Innovatoren

Mehr als 200 Bereichsdirektoren, Innovationsmanager und Programmleiter zählt der exklusive Verteiler von INNOVATIONS meet INNOVATIONS bereits. Sie vertreten über 100 Unternehmen mit mehr als 80 externen Innovationsprogrammen. Fast 60 interne und externe Innovationsstandorte werden von Konzernen allein in Berlin betrieben – Tendenz weiter steigend. Das Netzwerk-Event deutscher Corporate-Innovatoren ist dabei eine der ersten Adressen, sich auszutauschen und zu vernetzen. Abgerundet wurde das Event mit einem informativen Goodie-Bag und dem aktuellen Themenheft “Innovation” der Kollegen vom Wirtschaftsmagazin brand eins.

Unternehmen mit eigenen oder gemeinsamen Innovationsprogrammen – z. B. Inkubatoren und Mentoring, Acceleratoren und VC-Beteiligungen, Innovationhubs und Corporate-Coworkingspaces – sind herzlich eingeladen, bei INNOVATIONS meet INNOVATIONS teilzunehmen. Startupvertreter, Wissenschaftler, Wirtschaftsförderer und Dienstleister sind leider ausgeschlossen. Das Netzwerk-Treffen ist eine geschlossene Event-Reihe für Weiterbildung und Vernetzung von Firmenvertretern.

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Kontakt INNOVATIONS meet INNOVATIONS:
Christine Arnoldt, christine.arnoldt@askadvertising.de und
Thomas Keup, innovations@spreefactory.com

10 Beispiele für Kooperationen zwischen Startups und etablierten Firmen

Die Zusammenarbeit von etablierten Unternehmen und Startups eröffnet riesige Potentiale, von der beide Seiten profitieren können

Concept of business competition with big and small businessmen

Pioniergeist, Risikobereitschaft und eine zwanglose Kultur des Ausprobierens, Scheiterns und wieder Aufstehens, Lernens und Weiterentwickelns von Ideen zeichnet Startups aus. Ideale Voraussetzungen, um neue Technologien zu entwickeln und innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Der Mittelstand profitiert besonders von der Zusammenarbeit mit Startups, da es in mittelständischen Unternehmen meist eine schlanke Organisation mit kurzen Entscheidungswegen und schnellen Reaktionsmöglichkeiten auf Marktentwicklungen gibt.

Im Folgenden einige Beispiele für die erfolgreiche Kooperation zwischen etablierten Unternehmen und innovativen Startups:

IABG und innosabi – Ideenlabor zur Digitalisierung
Das Münchner Startup innosabi unterstützt Unternehmen dabei, die kreativsten und erfolgreichsten Ideen ihrer Mitarbeiter herauszufinden. Grundlage hierfür bildet eine Software-Plattform für ein unternehmensinternes Ideenmanagement, auf der sich Mitarbeiter austauschen und ihre Vorstellungen hochladen können. Die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft in Ottobrunn hat die Plattform in einer Betaphase getestet und vor allem den hocheffizienten Innovationsprozess hervorgehoben.

Orcan Energy und E.ON
Das Startup Orcan Energy hat effiziente Verfahren entwickelt, um aus Abwärme Strom zu erzeugen. In Zeiten der Energiewende können Unternehmen mit dem sogenannten ePack ihren ökologischen Fußabdruck senken und umweltfreundlicher produzieren. Dies überzeugte auch E.ON, das seit Mitte 2013 bei Orcan Energy eingestiegen ist. Die Kooperation rechnet sich auch finanziell, je nach Anwendung legt der Preis für die zurück gewonnene Energie bei bis zu sechs Cent pro Kilowattstunde.

Polarstern und die BKK VBU in Berlin
Das Münchner Startup Polarstern vertreibt Ökostrom und Ökogas, als Kernzielgruppe werden private Haushalte, Gewerbetreibende und der Einzelhandel angesehen. Polarstern hat sich ein engmaschiges Netz aus Kunden aufgebaut und ist auch in den sozialen Medien vor allem über Facebook und Twitter aktiv. Seit Frühjahr betreibt Polarstern eine fruchtbare Kooperation mit der BKK VBU in Berlin, die neben einer günstigen Belieferung durch Ökostrom sich viel vom zeitgemäßen Kundenmanagement des Startups abschauen kann.

Carpooling und Deutsche Bahn – Innovation per App
Carpooling entstand ursprünglich 2001 aus der Plattform Mitfahrgelegenheit.de heraus. Mittlerweile ist das europäische Mitfahrnetzwerk in neun verschiedenen Ländern aktiv und führt per App täglich über 10.000 Menschen zu Fahrgemeinschaften zusammen. Auf die Mobilitätsplattform wurde schließlich die Deutsche Bahn aufmerksam, was wenig später in einer dauerhaften Kooperation mündete. Die Bahn offeriert über das Netzwerk eigene Angebote und spricht dabei potentielle Kunden direkt an.

Lingoking und Paulaner
Lingoking ist ein Dolmetscher-Dienst, der mit Übersetzern in mehr als 40 Ländern weltweit aktiv ist. Wer schnell einen Übersetzer benötigt, erhält bei Lingoking schnell und unkompliziert Hilfe. Geschäfte direkt am Telefon gelten dabei als Kerngeschäft des Unternehmens. Das etablierte Unternehmen Paulaner profitierte davon, indem es innerhalb kürzester Zeit einen Lizenzvertrag ins Chinesische übersetzen ließ.

OnPage.org und Care.de
Das oberbayerische Startup OnPage.org hat sich auf die Suchmaschinenoptimierung von Internetauftritten spezialisiert. Während vor einigen Jahren noch das gezielte Platzieren von Keywords für ein hohes Google-Ranking ausreichte, müssen heute schon ausgeklügeltere Mechanismen angewendet werden, um ganz oben bei Google angezeigt zu werden. Gerade Unternehmen, die ihre Waren in einem eigenen Online-Shop vertreiben, sind auf eine gute Suchmaschinenoptimierung angewiesen. Care.de ist eine gemeinnützige Organisation, die durch Spenden den Hunger in der Welt lindern und notleidenden Menschen helfen möchte. Um möglichst viele potentielle Spender über das Internet anzusprechen, muss eine gezielte Suchmaschinenoptimierung erfolgen.

Explainr und die Sira GmbH
Explainr ist ein Startup, das sich auf die Erstellung von Erklärfilmen für Unternehmen spezialisiert hat. Kunden dieser Unternehmen müssen nicht länger seitenlange Betriebsanleitungen durchforsten und schlafen dabei fast ein, sondern erhalten die relevanten Informationen in einem kompakten und oftmals auch amüsanten Erklärfilm präsentiert. Dies spart Zeit und klärt Kunden über die Leistungen des Unternehmens auf. Die Sira GmbH als international operierender Rohr- und Anlagenbauer setzt solche Animationsfilme etwa ein.

Vemcon und Kinshofer
Vemcon ist ein Startup, das sich auf die Steuerungstechnik mobiler Arbeitsmaschinen spezialisiert hat. Das experimentierfreudige Team von Vemcon hat beispielsweise für den Baugerätehersteller Kinshofer eine ausgeklügelte Baggersteuerung entwickelt.

DyeMansion und EOS
Das Startup DyeMansion hat eine Färbelösung für die 3D-Druckindustrie entwickelt. Das weltweit operierende Unternehmen EOS kooperiert mit DyeMansion, da stabile, kostengünstige und skalierbare Färbelösungen für die Weiterentwicklung von Additive-Manufactoring-Anwendungen ein entscheidender Bestandteil sind.

NFWare und Maxfield Capital
Das Software-Startup NFWare entwickelt virtuelle Lösungen für die Telekommunikationsbranche, mit dem Ziel, Router durch virtuelle Programme zu ersetzen.

Wenn Sie auf der Suche nach einem Startup-Unternehmen zur Unterstützung ihrer mittelständischen Firma sind, können Sie auf founderio-Innovation.com geeignete Partner finden.

INNOVATIONS meet INNOVATIONS in Berlin

Netzwerk-Event deutscher Corporate-Inkubatoren geht in die zweite Runde

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“Software is eating the world” – prophezeit Netscape-Erfinder Marc Andreesen. Der Berliner Visionär Johannes Kleske pointiert im Interview auf Gründermetropole Berlin: “Jedes Unternehmen wird ein Tech-Unternehmen sein.” Seriengründer Daniel Höpfner kündigt an, dass sich der ‘German Mittelstand’ “warm anziehen muss”. Deutschlands Firmenlenker sind gefordert.

Jeder 3. DAX-Konzern betreibt bereits externe Innovationslabore, z. B. als Inkubatoren oder Acceleratoren für Startups. Zu den bekanntesten “Startup-Garagen” in Berlin zählen Axel Springer Plug & Play, der Hubraum der Deutschen Telekom, der Microsoft Accelerator und You Is Now der Scout-Gruppe. Hinzu kommen neue Innovationshubs, wie die DB Mindbox, das Deutsche Bank Innovationlab, der Lufthansa Innovationhub oder SPIELFELD von VISA und Roland Berger.

Deutschlands führende Startup-Medien laden ein

Die Startupmedien Deutsche Startups, Gründermetropole Berlin und Venture TV, die Kooperationsplattform FOUNDERIO Innovation und die Partner iLIKE.MEDIA, KNY Photographie und SPREEFACTORY laden Vertreter von Inkubatoren, Acceleratoren und Innovationlabs jetzt zum 2. Netzwerk-Treffen deutscher Corporate-Innovatoren nach Berlin ein. Der Eventverteiler umfasst mittlerweile mehr als 150 Geschäftsführer und leitende Mitarbeiter von über 90 Programmen aus ganz Deutschland.

Ende Mai werden sich Deutschlands Corporate-Innovatoren im neuen Innovationhub SPIELFELD Berlin treffen, den VISA Europe Collab zusammen mit Roland Berger betreibt. Das Innovation-Event macht jedesmal an einem anderen Inkubator, Accelerator oder Innovationlab halt. Damit haben die Teilnehmer die Chance, immer wieder neue Programme und Besonderheiten kennenzulernen und von den Erfahrungen anderer “Startup-Garagen” zu profitieren.

Die Deutschlandstudie von etventure und der GfK

Gast des 2. Innovation-Events ist die Digitalberatung etventure. Sie stellt ihre neue “Deutschlandstudie” vor: Vorstände und Führungskräfte von 2.000 deutschen Großunternehmen wurden von der GfK Nürnberg zur Digitalen Transformation und zur Zusammenarbeit mit Startups befragt. Ein Ergebnis: Fast jedes dritte Unternehmen arbeitet bereits mit Startups, um einen besseren Zugang zu Technologien zu bekommen und Innovationen schneller umzusetzen.

Mit “INNOVATIONS meet INNOVATIONS” bieten die Corporate-Startup-Partner Innovationsmanagern und Programmdirektoren einen geschützten Raum, um sich aus erster Hand zu informieren und mit Kollegen anderer Programme vertrauensvoll auzutauschen. Startups, Wirtschaftförderer und Dienstleister im Startup-Ökosystem sind von der Teilnahme ausgeschlossen, denn die Eventreihe dient der Weiterbildung und Vernetzung für Firmenvertreter.

Ein geschützter Raum für Corporate-Innovatoren

Seit dem erfolgreichen Auftakt von “INNOVATIONS meet INNOVATIONS” mit 20 Vertretern von 60 Programmen am 4. April d. J. im Unicorn.Berlin melden sich jede Woche zahlreiche Innovatoren neu an, u. a. aus den Bereichen Finanzen und Versicherungen, Automotive und Logistik sowie Energie oder Lebensmittel. Unternehmen betreiben allein in Berlin mehr als 40 externe und interne Programme, so die Recherchen von Co-Veranstalter SPREEFACTORY. Und immer mehr Großunternehmen kommen dazu.

Unternehmensvertreter, die Innovationsprogramme aufgesetzt haben, eigene oder gemeinsame Inkubatoren, Acceleratoren oder Innovationlabs betreiben und mit Startups zusammenarbeiten, können sich in den Gästeverteiler von “INNOVATIONS meet INNOVATIONS” aufnehmen lassen. Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch nur für Firmenvertreter möglich. Interessenten können Ihre Anfrage an christine.arnoldt@askadvertising.de schicken.

Deutschlands Innovationsmanager networken in Berlin

Netzwerk-Event deutscher Corporate-Inkubatoren geht in die nächste Runde

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Die Resonanz ist überwältigend: Von Bosch, Burda und Coca Cola, von Comdirect, Deloitte bis zur Deutschen Bank, von DPA, Helios bis zu Roland Berger, von RWE, Siemens und Telekom bis zu VISA und Volkswagen Financial Services. Die Gästeliste des 2. Netzwerk-Events Ende des Monats liest sich bereits jetzt wie das Who-is-who der deutschen Wirtschaft. Ob externes oder internes Innovationsprogramm, ob Inkubator, Accelerator, Innovationlab oder gemeinsamer Hub: Deutschlands Großunternehmen treffen sich in Berlin.

Die Startupmedien Deutsche Startups, Gründermetropole Berlin und Venture TV, die Kooperationsplattform FOUNDERIO Innovation und die Partner iLIKE.MEDIA, KNY Photographie und SPREEFACTORY haben Ende vergangenen Jahres beschlossen: ‘Als Partner im Startup-Ökosystem unterstützen wir innovative Unternehmen mit einer qualifizierten Plattform auf ihrem Weg in die digital-vernetzte Welt’. Das Ergebnis ist das führende Netzwerk-Event deutscher Corporate-Innovatoren “INNOVATIONS meet INNOVATIONS” in Berlin.

160 Innovatoren von über 90 deutschen Programmen

Über den Jahreswechsel recherchierten die Organisatoren 40 erste Kontakte zu Inkubatoren, Acceleratoren und Innovationlabs. Mit den Startup-Portalen Deutsche Startups und FOUNDERIO Innovation wuchs der Verteiler schnell auf 100 Kontakte an, heute sind es mehr als 160 von über 90 Konzernen. Zum Auftakt der Reihe begrüßten die Veranstalter bereits 20 führende Vertreter von Innovationsprogrammen aus Berlin, Hannover und München – mit äußerst positivem Feedback.

Beim ersten Get-together am 4. April d. J. im Premium-Coworking Unicorn.Berlin bereits mit dabei: Die Infrastruktur-Anbieter Deutsche Bahn und RWE, aus dem Consumerbereich die Scout-Gruppe und der Berliner Techstars-Accelerator, aus dem Bereich Finanzen die Royal Bank of Scotland und VISA sowie die Beratungshäuser KPMG und Roland Berger. Und so übernahmen VISA Europe Collab und Roland Berger das Hosting für das zweite Event Ende diesen Monats.

Hauptproblem Management- und Umsetzungsfehler

Gast des kommenden Corporate-Innovation-Events im SPIELFED Berlin ist die Digitalberatung etventure. Sie wird ihre neue “Deutschlandstudie” vorstellen: Vorstände und Führungskräfte von 2.000 deutschen Großunternehmen wurden von der GfK Nürnberg zur Digitalen Transformation und zur Zusammenarbeit mit Startups befragt. Ein Ergebnis der Studie: Häufig scheitern Digitalisierungsvorhaben in Großunternehmen an Management- und Umsetzungsfehlern.

Genau hier setzen die Veranstalter mit Kooperationsangeboten, Kommunikation, etablierten Medien und ihrer Produktion an.  Mit der exklusiven Eventreihe bieten sie Innovationsmanagern und Programmdirektoren vor allem aber einen geschützten Raum, um sich aus erster Hand zu informieren und mit Kollegen anderer Programme auszutauschen. Startups, Wirtschaftförderer und Dienstleister sind jedoch ausgeschlossen, denn die Eventreihe dient der Weiterbildung und Vernetzung für Firmenvertreter.

Partnerschaften und ein qualifizierter Anlaufpunkt

Unternehmensvertreter, die Innovationsprogramme aufgesetzt haben, eigene oder gemeinsame Inkubatoren, Acceleratoren oder Innovationlabs betreiben und mit Startups zusammenarbeiten, können sich in den Gästeverteiler von “INNOVATIONS meet INNOVATIONS” aufnehmen lassen. Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch nur für Firmenvertreter möglich. Interessenten können Ihre Anfrage an christine.arnoldt@askadvertising.de schicken.

Kooperationsformen zwischen Startups und etablierten Unternehmen

Wie Startups und etablierte Unternehmen zusammenarbeiten können und auf welche Schritte besonders geachtet werden sollte

Dieser Artikel ist am 21.01.2016 auch auf deutsche-startups.de erschienen.

Die Entwicklung von Innovationen, ist der Punkt an welchem die verschiedenen Unternehmensformen wie Startups (ein Startup ist eine Organisation geschaffen für die Suche nach einem wiederholbaren und skalierbaren Geschäftsmodell) und etablierte Unternehmen vor der gleichen Herausforderung stehen. Beide müssen neue Produkte, Prozesse oder Geschäftsmodelle entwickeln. Während Startups oftmals die Chance haben „out-of-the-box“ zu denken, haben innovative Unternehmen das Potential ihre bestehenden Ressourcen und ihren Kundenzugang zu nutzen. Zum Beispiel werden Startups mit einer internen Kanibalisierung konfrontiert und können daher größer denken. Diese heterogenen Stärken der beiden Unternehmensformen zeigen auf, warum eine Kooperation von beiden sehr wertvoll sein kann.

Wenn man über die Kooperation mit Startups spricht, ist es zunächst wichtig, dass sich beide Seiten verstehen. Das bedeutet, dass die betroffenen Personen die Umstände des jeweils anderen verstehen. Nachdem beide Unternehmensformen sehr heterogen sind, stellt oft bereits das Verständnis eine Herausforderung dar. Zum Beispiel können manche Kaufentscheidungen in etablierten Unternehmen ein Jahr dauern, was für ein Startup oft schwierig ist. Auf der anderen Seite haben Startups keine lange Vorgeschichte und entwickeln neue Innovationen, welche noch nicht validiert sind (vergleiche Technology adoption lifecycle).

Wie die Zusammenarbeit mit Startups abläuft
Wie die Zusammenarbeit mit Startups abläuft

Im zweiten Schritt beginnt man relevante Startups zu identifizieren, welche mit dem selbst definierten Ziel übereinstimmen. Mit einem klaren Ziel kann eine klare Ausschreibung erstellt werden, welche bessere Ergebnisse erlaubt. Diese Ausschreibung kann zum Beispiel zur Identifikation von Teilnehmern für ein Event dienen, auf welchem Mitarbeiter eines Unternehmens mit Startups in Kontakt kommen können und diese so kennenlernen und besser verstehen (Beispiel Lange Nacht der Startups, Telekom). Eine engere Kooperationsform ist hingegen die Identifikation von Startups als Forschungspartner. Formate zur Identifikation und zum Austausch mit Startups unterscheiden sich sehr stark, zum Beispiel dienen dazu: Startup Scouting, Startup Pitching, Innovationswettbewerbe oder auch ein Event zum Thema Startup trifft etabliertes Unternehmen.

Sobald relevante Startups identifiziert sind, können Kooperationsformen identifiziert und anhand der Ziele bewertet werden. In dieser Phase werden Startups ausgewählt und Entscheidungen zu nächsten Schritten werden getroffen. Die verantwortlichen Personen tauschen ihre Ziele und Visionen aus und kommen zu einer Kooperation zum beiderseitigen Vorteil. Diese Kooperationen können zum Beispiel einfach in Form eines ersten allgemeinen Austausch stattfinden, als Lieferantenbeziehung oder als Kundenbeziehung. Sobald gute Erfahrungen mit der Zusammenarbeit gesammelt wurden, werden weitere Kooperationsformen wie Forschungs- & Entwicklungskooperationen oder API Kooperationen interessant. In späteren Phasen kommen dazu Formen wie Corporate Investments, Übernahme-Recruiting (sogenannte Acqui-Hires) oder Mergers and Acquisitions (M&A).

Kooperationsformen-etablierte-unternehmen-und-startups-founderio-innovation
Kooperationsformen mit Startups

Nach Abschluss der Auswahl der Kooperationsform, werden die Energien auf die Umsetzung der Kooperation gelenkt und damit auf die erwarteten Vorteile für beide Seiten. Erwartungsmanagement sowie eine offene Kommunikation zu Zielen von beiden Seiten spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Kooperationsintensität kann dabei sehr stark schwanken, von einer losen Kooperation hin zu einer strategischen Kooperation (z.B. Tesla and Daimler). Die Definition von Milensteine und ein Code of Conduct stellen gute Methoden dar, um ein starkes Fundament für eine langfristige Zusammenarbeit zu legen. Wenn ein etabliertes Unternehmen mit unterschiedlichen Startups in einem Sektor arbeitet, kann das eine Herausforderung werden, falls diese Startups miteinander im Wettbewerb stehen. Für intensive Kooperationen empfiehlt sich auch eine operative Unterstützung in Form von Change Management. Founderio ist ihr Partner für die Identifikation und Auswahl von Startups, sowie für die Entwicklung von Kooperationskonzepten.

Über Founderio Innovation
Founderio Innovation unterstützt bei der Identifikation und Auswahl von Startups, sowie bei der Entwicklung von Kooperationskonzepten mit Startups. Wir haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Projekte mit etablierten Unternehmen organisiert und sie mit geeigneten Startups vernetzt. Founderio Innovation beschleunigt und fördert die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups durch intelligentes Matching und persönlich abgestimmte Projekte.

Cooperation forms between startups and established companies

How startups and established companies can collaborate and which steps to pay attention to

Developing innovations is the point where heterogeneous company forms like startups (a startup is an organization formed to search for a repeatable and scalable business model) and established companies face the same problem. Both have to develop new products, processes or business models. While startups often have the chance to think more out of the box, innovative companies have the potential to use their existing resources and customer access. For example, startups do not face internal cannibalization and therefore can think bigger. These heterogeneous strengths of both company forms illustrate why a collaboration of both can be very valuable.

Talking about collaboration with startups it is first of all important to understand each other. This means, the concerned people need to understand the circumstances of each other. As both company forms are so heterogeneous this understanding is often challenging for both sides. For example some buying processes in established companies can take one year, which is very difficult for a startup to deal with. On the other side, startups don’t have a long history and develop new innovations that are not validated yet (see also Technology adoption lifecycle).

Cooperate with startups How to cooperate with startups

In the second step one starts to identify relevant startups that match the own defined goal. With a clear goal a clear proposal can be created which allows better results. This proposal can range for example from the identification of participants for an event, where the employees of a company can connect with startups and understand startups. Or a more intense cooperation is the identification of a R&D supplier / partner. The format can also differ heavily, for example: startup scouting, startup pitching, innovation competition, an event startup meets established company.

As soon as relevant startups are identified, cooperation forms can be identified and evaluated considering the initial goals. In this phase startups are being evaluated and decisions on specific actions are made. The persons in charge exchange their goals and visions to come up with a cooperation that benefits both sides. These collaborations can take place for example in the form of an initial general exchange, a supplier relationship or a customer relationship as very easy ways to start. Having good experiences with the cooperation, other forms like R&D cooperation or API cooperation become more obvious. In later stages corporate investments, acquisition-hires (so called acqui-hires) or mergers and acquisitions add to the opportunities of cooperation.

Cooperation forms with startups
Cooperation forms with startups

After finalizing the cooperation form, efforts are focused on executing the cooperation and creating the expected benefits for both sides. Expectation management and an open communication about the goals of both sides play an important role here. The cooperation intensity can differ strongly from a loose cooperation to a strategic cooperation (e.g. Tesla and Daimler). Milestone definition and a code of conduct can be great methods to build a strong fundament for a long-term cooperation. If an established company cooperates with different startups in a sector this can be a challenge if these startups are competing. For intense cooperations also change management support is recommended. Founderio is your partner for identifying and choosing startups as well as for developing cooperation concepts.

About founderio.com
founderio.com offers Online-Dating for Startups. Innovative companies and startups can find each other easier as business partners, customers, suppliers, R&D partners and for general exchange. Therefore both sides can create a profile and a proposal with their need to identify partners manually or via the match-making. Founderio fosters the cooperation between established companies and startups.

Erfolgreiche Innovationen mit Leadern, Trust und Followern

von Thomas Keup, Journalist, PR-Spezialist und Unternehmer

thomas_keup

Geschäftsprozesse und Veränderungsmanagement, Prototypen und Schnittstellen, Investitionsmittel und Beteiligungen – die aktuelle Infografik zum 1-jährigen Bestehen des Lufthansa Innovation Hub auf Deutsche Startups zeigt, was für innovative Unternehmen wichtig ist: neue Kunden und Kooperationspartner, Multiplikatoren und Medien. Doch warum konnte die interessante Infografik von Lufthansa nicht einfach veröffentlicht werden?

Im Lufthansa Innovation Hub scheint die interne Kommunikation mit Konzerntöchtern und Mitarbeitern gut zu funktionieren. Ähnliches kann ich von Startupbootcamp Berlin und anderen Programmen bestätigen. Doch wie sieht es beim Austausch mit Communities und Medien aus? Nicht selten wissen Konzern-Pressestellen und PR-Agenturen nur wenig über die eigenen “Startup-Garagen”.

Innovationskommunikation: Top-down oder Bottom-up?

Ein Kernproblem von Innovations-PR ist die unterschiedliche Kommunikation von Corporates und Startups. So unterschiedlich die Organisationen, ihre Arbeitskultur und die Geschäftsmodelle sind, so unterschiedlich sind die Kommunikationsstile. Als Aktiengesellschaft und mit Investoren sind beide Seiten gleichermaßen zurecht zurückhaltend. Stellt sich die Frage: Wie können etablierte Player öffentlich Vertrauen aufbauen, um mit jungen Playern zusammenzuarbeiten?

Schauen wir uns zunächst die traditionelle Kommunikation von Unternehmen an:

SPREEFACTORY - Slide Business Relationships

In der B2B-Kommunikation (grüner Bereich) geht es um den Austausch zu Geschäftsprozessen, die Verständigung zu Herausforderungen und persönliche Erfahrungen zu Verbesserungen. Stimmen unternehmerische Grundsätze und angebotene Möglichkeiten überein, spricht man über konkrete Ziele und Maßnahmen einer Zusammenarbeit. So beginnt in der Regel jedes klassische Geschäft – auf Anbieter- wie auf Nachfragerseite.

In traditionellen Unternehmen sind Kommunikationsprozesse meist “top-down” aufgesetzt, kümmern sich Stabstellen um definierte Zielgruppen, wie Wirtschaftsjournalisten, Kapitalmarktanalysten und politische Multiplikatoren. Diese Bezugsgruppen sind in einem Innovationsprozess nur bedingt hilfreich, zumal, wenn es sich um ein externes Programm handelt.

In der Kommunikation von Innovationsprogrammen sieht es in der Regel so aus:

SPREEFACTORY - Slide Programm Relationships

Inkubatoren, Acceleratoren und Innovationlabs bieten Gründern und Startups kommunikativ (grüner Bereich) vor allem Know-how-Transfer durch Workshops und Mentoring sowie die Vernetzung mit Experten, Investoren und Industriepartnern. Ob daraus ein konkretes Geschäft werden kann und ob es messbare Erfolge geben wird, ist nicht immer sofort erkennbar.

Die in der Lufthansa-Infografik aufgezeigten “Challenges” zur Umsetzung der Innovationen in den Tochtergesellschaften, zum Auffinden neuer Trends und Technologien für den Verbund sowie zu Investitionen in fortschrittliche Neugründungen durch Konzern und externe Partner unterstreichen die Unsicherheit der “Startup-Garagen” und Innovationlabs. Dabei ist der Lufthansa Innovation Hub nur ein Beispiel von vielen.

Innovationskommunikation: Von “One Voice” zu “One Message”

Soziale Filter – wie Transparenz, Aktivitäten und Popularität – ersetzen bei 25- bis 49-Jährigen heute technische Filter (wie den Google Such-Algorithmus), um Produkte, Unternehmen und ihr Verhalten zu beurteilen. Um als traditionelles Unternehmen bei jungen “Startuppern” nicht auf die Nase zu fallen, helfen ein paar Regeln. So gelten aus den Social Media Relations diese 4 C’s:

  • Contentrelevante Inhalte
  • Contextgeeignet vermittelt
  • Connectivityfair verbunden
  • Continuitydauerhaft präsent

Leider hört bei der Kommunikation der soziale Faktor mangels Know-how häufig schnell auf. Das Geheimnis von Innovations-PR ist aber die kontinuierliche Ansprache und Unterstützung von Techis oder Nerds mittels wertvoller Beiträge und offener Angebote. Stellt sich für Marketing- und PR-Manager von Innovationsprogrammen die Schlüsselfrage:

‘Was sollen wir über Monate hinweg erzählen, wenn es (noch) keine Ergebnisse gibt?’

Nutzer, Kunden und Interessenten tauschen heute ihre Meinungen zu Produkten und Anbietern sozial-vernetzt aus – und teilen diese mit Freunden. Wenn Firmen es schaffen, auf ähnlichem Weg nah, direkt und authentisch zu sein, werden sie ernstgenommen und dürfen “dabei sein”. Leider werden Inhalte gern offiziell verlautbart, wirken Texte gestelzt und die Präsenz selbstverliebt.

Häufig herrscht heute noch eine “One Voice”- statt “One Message”-Policy. Um Nutzer für Inhalte zu interessieren, müssen sie relevant sein und diese Kriterien erfüllen:

  • persönlichvon Mensch zu Mensch
  • prägnant ohne “Buzzword-Bingo”
  • passendim Kontext präsent.

“Innovation distinguishes between a leader and a follower.” Apple-Co-Founder Steve Jobs bringt damit auf den Punkt, worum es geht: “Verrückte”, Nerds und Techis sind die Innovativen. Konzerne, Business Developer und Innovationsmanager sind die “Follower”. Damit wird die Richtung der Kommunikation deutlich. Das richtige Verhältnis zwischen “Leadern”, Trust und “Followern” ist Basis für eine erfolgreiche Kommunikation von Innovationen.

Wie das praktisch funktionieren kann, verrate ich in einer persönlichen Vorstellung des Konzepts “Trusted Business Relations”. Die beiden Infografiken im Beitrag sind ein Auszug aus der umfangreichen Präsentation. Wer gezielt nach Partnern für seine Innovationsprojekte sucht, sollte sich über das Scouting von Startups und Unternehmern bei Founderio Innovation informieren. Gründer und Geschäftsführer Christoph Baier steht unter contact@founderio.com persönlich Rede und Antwort.

Gemeinsam haben wir ein neues Netzwerk für Innovationsprogramme initiiert. Dazu gehören die Startup-Magazine Deutsche Startups und Gründermetropole Berlin und die Medien-Dienstleister iLike.Media (Videos) und KNY Photographie (Fotos). Wer sich über die Möglichkeiten von PR, Foto, Video und Text plus Veröffentlichung im Startup-Medienverbund informieren will, ist bei unserer Kollegin Christine Arnoldt unter christine.arnoldt@askadvertising.de an der richtigen Adresse.

“Wer sparen will, muss investieren”

10 Antworten, wie Acceleratoren erfolgreich PR machen (Teil 2)

Inkubatoren für den Reifeprozesse von Ideen, Acceleratoren für die Entwicklung von erfolgreichem Geschäft und Innovationslabs für die vertrauliche Zusammenarbeit von etablierten und jungen Unternehmen. Mehr als 60 Großunternehmen haben ihre Produktentwicklung bereits in die Startup-Szene ausgelagert.

Thomas Keup berät und betreut mit SPREEFACTORY und im Verbund mit führenden Startup-Medien und Dienstleistern Innovationsprogramme, wenn es um Kommunikation und Marketing geht. Im 2. Teil unseres Interviews (Teil 1 hier) verrät er uns, wie man den richtigen Dienstleister findet – und wie die Unterstützung ganz praktisch aussieht.

  1. Wie unterscheiden sich PR-Spezialisten und Agenturen untereinander, damit ich entscheiden kann, wer zu mir passt?

Aus meiner Sicht gibt es vor allem einen kulturellen Unterschied, der sich in der Art und Weise des Arbeitens von Spezialisten und Agenturen bemerkbar macht: Auf der einen Seite stehen Anbieter, die mir mit “Quick Wins” im “Short Term” schnelle Effekte versprechen – z. B. in der Veröffentlichung von Medienberichten. Das kann für meine KPIs interessant sein.

Auf der anderen Seite stehen Anbieter, die “Mile Deep Thinking” in den Mittelpunkt stellen und vor allem im “Long Term” nachhaltige Erfolge anstreben. Unterm Strich stehen sich also “Performance” und “Relationships” gegenüber und es kommt drauf an, was man selbst für sinnvoll und wichtig erachtet. Ich stehe auf der Seite eines nachhaltigen Beziehungsmanagements.

  1. Wo würden Sie als Auftragnehmer negativ reagieren und sich in der Suche womöglich weitere Optionen eröffnen?

Als Hörfunk-Journalist höre ich vor allem aktiv hin, was und wie ein potenzieller Partner kommuniziert. Meine Schlüsselfrage lautet: Betreibt mein Gegenüber permanentes “Overselling”, kommuniziert mein Gesprächpartner realistisch oder verkauft sich mein potenzieller Partner möglicherweise sogar unter Wert, betreibt also “Underselling”.

Für mich ist die “goldene Mitte” immer eine gute Entscheidung. Ich mag weder einen “Hubschrauber”, der ständig Staub aufwirbelt, noch ein “Mauerblümchen”, dass sich am liebsten unterm Tisch verstecken würden. Offen, fair und direkt sind für mich gute Kriterien in der Bewertung von Dienstleistern. Schließlich geht es um Kommunikation mit Medien und Partnern.

  1. Wer wäre für Sie dann der ideale Geschäftspartner, wenn es um das Marketing und die PR von Programmen geht?

Ich unterscheide an dieser Stelle in persönliche Verankerung und langjährige Erfahrungen, die ich einkaufe. Habe ich an der Spitze einen “Streetsmart”, der mir zwar alles verkaufen kann, aber nichts richtig sorgfältig macht? Oder habe ich einen “Booksmart”, der alles perfekt bis ins Details versteht, aber nicht so richtig auf die Straße bringt?

Neben der Verankerung meines künftigen Partners spielt der Erfahrungsschatz eine wesentliche Rolle: Für ein B2B-Projekt mit komplexen Geschäftsprozessen ist ein B2C-Kenner mit “Klingelton-Erfahrungen” eher ungeeignet. Gleiches gilt im Umkehrschluss für schnelle B2C-Projekte und langfristig denkende B2B-Experten.

  1. Wie kann ich die konkrete Leistung beurteilen, die ich für mein Marketing und meine PR einkaufe?

Viele Spezialisten und Agenturinhaber sind in der Öffentlichkeit präsent. Sie halten Vorträge und veröffentlichen Gastbeiträge. In der Art und Weise, wie sie etwas sagen oder schreiben, kann ich herausfinden, ob sie das Know how besitzen, das ich suche. Das beginnt z. B. bei Begriffen wie “Success driven” vs. “Trusted relationships” – spricht “kurzfristig” vs. “nachhaltig”.

Inhaltlich kann ich persönliche wie schriftliche Aussagen in werbliche, journalistische und juristische Kompetenz unterscheiden. Ein Werbetexter mit Fokus auf Endkunden wird mir eher keine guten Geschäftskundenunterlagen erstellen können. Ein Journalist muss schon sehr gut sein, um emotionalisierende Marketingtexte entwickeln zu können.

  1. Zu guter Letzt: Wie können Sie zusammen mit Ihren Kooperationspartnern Innovationsprogrammen besser helfen, als andere?

So, wie Werbung und PR bzw. Marketing und Kommunikation als zwei Seiten ein und der selben Medaille zusammengehören, gehören auch PR-Beratung, Medienproduktion und Presseveröffentlichungen zusammen. Genau hier setzen wir mit SPREEFACTORY, Deutsche Startups, Founderio Innovation, Gründermetropole Berlin, KNY Photographie und iLike.Media an.

Ein Partner allein bietet ein qualifiziertes Teilangebot. Sechs Partner können im Verbund eine Menge Abstimmungsbedarf ersparen, optimal abgestimmte Ergebnisse liefern und obendrein auch noch Einiges an Kosten reduzieren. Wenn ein Programm mit unserem Verbund kooperiert, müssen die Partner nicht sechs Mal Vertriebskosten einrechnen. So einfach ist das.
Vielen Dank für die offenen Worte!